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Hamas reagiert mit Propaganda auf Verluste

(14. Januar 2009/tl.) – Die Hamas verbietet die Veröffentlichung von Fotos und Namen von getöteten oder verletzten Kämpfern. Die gefallenen Soldaten werden auch nicht mit militärischen Ehren bestattet. Einer Analyse von Terrorexperten zufolge verfolgt die Hamas damit bestimmte propagandistische Ziele.

In einer „wichtigen Mitteilung“ informiert der „Inspector“ des Hamas-Internetforums, dass keine Angaben über verletzte oder getötete Hamaskämpfer veröffentlicht werden dürfen. Wörtlich heisst es: „Es ist strikt verboten, Kenntnisse über Anzahl, Namen oder Bilder oder (andere) Daten über die Märtyrer des Widerstandes und seine Verwundeten zu veröffentlichen“.

In der ersten Woche des Gazakonfliktes hatte die Hamas noch Namen und Fotos von getöteten Kämpfern veröffentlicht. Nach Ansicht des israelischen „Intelligence and Terrorism Information Center“, das die terroristischen Aktivitäten analysiert, verfolgt die Hamas mit ihrer restriktiven Informationspolitik drei propagandistische Ziele. Erstens soll die Kampfmoral der Hamas-Kämpfer nicht durch die hohe Zahl der Verluste geschwächt werden.

Aus demselben Grund führt die Hamas auch keine organisierten Beerdigungen der Gefallenen durch. Es werden ihnen auch keine militärischen Ehren zuteil.

Zweitens will die Hamas damit den Eindruck erwecken, die israelische Armee könne keine Erfolge verzeichnen. Das dritte propagandistische Ziel der Hamas ist, den Eindruck zu erwecken, die militärische Operation Israels richte sich gegen die Einwohner des Gazastreifens und dass einzig die Zivilbevölkerung getroffen werde.

Diese Hamaspolitik ähnelt den Massnahmen der Hisbollah während des zweiten Libanonkrieges. Auch die Hisbollah hielt die Namen ihrer getöteten Aktivisten unter Verschluss. Sie wurden heimlich und ohne Medienberichterstattung privat beerdigt. So sollte der Mythos vom "göttlichen Sieg" aufrecht erhalten werden.

Die Hamas verbietet nicht nur intern die Veröffentlichung von Fotos und Namen von getöteten Kämpfern. Sie unterbindet auch im Gazastreifen eine freie Berichterstattung und kontrolliert die Bilder des Kriegs. Der Spiegel berichtete, dass palästinensische Journalisten – das sind die einzigen, die derzeit im Gazastreifen arbeiten können - von der Hamas angehalten werden, keine Kämpfer zu zeigen.

Die Hamas-Aufpasser schreiben den Kameraleuten sogar vor, was sie zu filmen haben, berichtet der Spiegel. Hamas-Terroristen wurden gegen ein Kamerateam, das im Auftrag des ZDF filmte, auch handgreiflich.

Ein grosser Teil der Bilder, die über Satellit verbreitet werden, ist offensichtlich gestellt und inszeniert, berichtet ein Redakteur des israelischen Fernsehsenders „Kanal 10“.
Durch diese Massnahmen will die Hamas die Bilder kontrollieren, die die Welt von dem Konflikt zu sehen bekommt. Die Weltöffentlichkeit soll den Gazakonflikt mit Bildern von weinenden Frauen, verletzten Kindern und zivilen Opfern in Verbindung bringen.

Journalisten, die über diese Pressezensur berichten wollen, bekommen Probleme mit der Hamas, berichtet der Spiegel. Als ein in Gaza tätiger Journalist beauftragt wurde, sich doch einmal zum Thema „Zensur“ zu recherchieren, lehnte er dies rundheraus ab. Solche Fragen zu stellen, sei gefährlich. Wenn die Hamas erfahre, dass er in Sachen Zensur recherchiere, gerate er in Schwierigkeiten.

Wer bei der Hamas durch kritische Fragen in den Verdacht gerät ein "Kollaborateur Israels" zu sein, ist in Lebensgefahr. Internationale Nachrichtenagenturen berichteten mehrfach davon, dass die Hamas angebliche Kollaborateure hinrichten lässt.

Israel betreibt eine sehr transparente Informationspolitik über die Operation im Gazastreifen. Das Verteidigungsministerium veröffentlicht täglich die Namen der gefallenen und die Anzahl der verletzten Soldaten. Von den getöteten Soldaten veröffentlich die Armee auch jeweils ein Porträtfoto.



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