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TV-Dokumentation: Lebt Mohammed al-Dura?

(04. März 2009/fa.) – Die Bilder des zwölfjährigen palästinensischen Jungen Mohammed al-Dura, der mit seinem Vater Deckung sucht und augenscheinlich erschossen wird, gingen um die Welt und schienen die Brutalität des israelischen Militärs zu dokumentieren. Spätere Untersuchungen zeigten, dass der Junge nicht von israelischen Soldaten erschossen worden sein kann. Jetzt legt eine TV-Dokumentation den Schluss nahe, dass der Junge noch am Leben ist (Mittwoch, 23.15 Uhr, ARD).

Im Oktober 2000 gingen die Bilder um die Welt und erschütterten die Menschen: Ein Vater versucht verzweifelt sich und seinen Sohn zu schützen, der wehrlose Junge wird erschossen. In der arabischen Welt sind diese Aufnahmen so bekannt und sind so bedeutsam wie die Bilder des einstürzenden World Trade Centers für die Amerikaner. Schulen, Strassen, Plätze wurden in der islamischen Welt nach dem Jungen benannt, in Marokko auch ein Park. In vielen muslimischen Ländern wird mit Briefmarken an den „Märtyrer“ erinnert.

Als sich später herausstellte, dass es keine Israelis gewesen sein können, die den Jungen erschossen, fand das kein Echo in den muslimischen Medien. Dass die Bilder eine Fälschung sind, stellte sich nach umfangreichen Recherchen des französischen Medienkritikers Philippe Karsenty und anderer unabhängiger Personen und Institutionen heraus. Seitdem sich ein französisches Gericht mit dem Fall befassen musste ist es sogar aktenkundig, dass die Fernsehbilder manipulativ sind und der Junge nicht vom israelischen Militär erschossen wurde.

Die deutsche Fernsehjournalistin Esther Schapira hatte 2002 in ihrer preisgekrönten Fernseh-Dokumentation „Drei Kugeln und ein totes Kind - Wer erschoss Mohammed al-Dura?“ den Fall nach umfangreichen Recherchen dargelegt.Sie konnte zeigen, dass der Junge nicht von israelischen Soldaten erschossen wurde und dass es sich offenkundig um gefälschte Aufnahmen handelte.

In ihrer neuen Dokumentation, die heute unter dem Titel „Das Kind, der Tod und die Wahrheit“ ausgestrahlt wird, präsentiert Esther Schapira Indizien dafür, dass der Junge damals überhaupt nicht erschossen wurde, also auch nicht von der Hamas, und durchaus noch am Leben sein kann.

Mit der Hilfe von einem der führenden Experten der biometrischen Gesichtsvermessung fand sie heraus, dass an der Stelle von Mohammed ein anderes Kind beerdigt wurde, womöglich sein Cousin Rami.

Ein bereits gestorbenes Kind war am 30. September 2000 morgens um zehn Uhr ins Shifa-Hospital gebracht worden, die fragliche Schiesserei fand aber erst um 14 Uhr statt. Die Geschichte des palästinensischen Jungen ist in der islamischen Welt Gegenstand einer massiven Propagandakampagne.



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