Iran: "Wir verhandeln, wenn wir die Bombe haben"
(06. April 2009/tl.) – Iranische Intellektuelle und Politiker, die im westlichen Exil leben, üben heftige Kritik am westlichen Umgng mit dem Mullah-Regime in Teheran. Deutschland liege augenscheinlich mehr an guten Geschäften mit dem Iran als daran, ernsthaft auf ein Ende des Atomprogramms hinzuweisen.
Fünf Jahre lang sass Ayatollah Mehdi Haeri Khorshidi, der unter Khomeini Justizminister war, im Iran in Haft. Er hatte es gewagt Khomeini zu kritisieren und sich für eine freiheitlichere Politik ausgesprochen. Nach seiner Haft fand er Asyl in Deutschland, heute lebt er in den USA. Khorsidi appelliert an die Europäer und besonders an die Deutschen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um den Iran zu einem Einlenken im Atomstreit zu bewegen.
Deutschland solle, als wichtigster Handelspartner Irans, seine Macht und seine Einflussmöglichkeit nutzen. Ayatollah Khorsidi erklärte: „Deutschland zieht seine wirtschaftlichen Interessen in Iran vor und bevorzugt Milliarden-Dollar-Geschäfte anstatt den erforderlichen Druck zur Einstellung des iranischen Atomprogramms auszuüben“. Europa dürfe die Gefahr nicht unterschätzen, die vom Iran ausgehe, sagte Ayatollah Khorsidi, es gelte, einen zerstörerischen Krieg zu verhindern.
Auch der iranische Politikwissenschaftler und Schriftsteller Javad Asadian beschwor in einer Ansprache in Berlin den Westen entschlossen zu handeln. Javad Asadian sprach auf einer Veranstaltung der Initiative „Stop the Bomb“, die sich für ein Embargo gegen Teheran engagiert, um das Regime zur Aufgabe seiner Atompläne zu bewegen.
Die seit genau 30 Jahren bestehende Herrschaft der Mullahs in Teheran bezeichnete der Politikwisschaftler als einen “Alptraum, der nicht enden will“. Die Zwangsverschleierung der Frauen, das Verbot jeder freier Meinungsäusserung, die Einführung der islamischen Rechtssprechung Sharia und die Vernachlässigung der Bildung seien eine Katastrophe für das Land.
Die islamische Revolution habe auch ein wirtschaftliches Desaster verursacht. Nach wie bestehe das Ziel der islamischen Revolution darin, den Islam weltweit an die Macht zu bringen. Das habe das Land trotz Öl- und Erdgaseinnahmen zu „einer düsteren Ruine aus Arbeitslosigkeit und Armut“ gemacht.
Das strategische Ziel des Iran sei es, Israel zu vernichten. Um dieses Endziel zu erreichen, versuchten die Mullahs mit allen Mitteln sich atomar aufzurüsten, sagte der Politikwissenschaftler Javad Asadian. „Für den Bau der Bombe konnte das Regime bis heute mit Lügen, Tricks, Betrügen, Täuschung und List Zeit gewinnen“. Für die Verhinderung eines nuklearen Iran bleibe „vielleicht noch ein Jahr“.
Die Politik von US-Präsident Barack Obama, mit dem Iran einen „Dialog ohne Vorbedingungen“ zu führen, hält Asadian für blauäugig. Obamas Politik werde den Mullahs Zeit verschaffen und „die Welt einer apokalyptischen Gefahr einen weiteren Schritt näher bringen“. Der Politikwissenschaftler zitierte Ayatollah Mohammadj Bagher Karazi, den Chef der iranischen Hisbollah. Der hatte am 25. März erklärt: „Wenn wir die Atombombe gebaut haben, werden wir mit den Amerikanern verhandeln“.
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