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Indonesien: Kirchenbau nach Protesten gestoppt

(12. November 2009/fa.) – Die Situation der Christen im bevölkerungsreichsten islamischen Land, Indonesien, wird immer schwieriger. Christen werden terrorisiert und diskriminiert.

Nachdem Islamisten Druck auf die Nachbarn ausgeübt hatten wurde auf West Java in Indonesien der Bau einer Kirche gestoppt. Das berichtet das Hilfswerk für verfolgte Christen, Open Doors und bezieht sich auf den Informationsdienst Compass Direct. Dieser berichtete, dass sich der Regierungschef des Landkreises Purwakarta gegen den Bau der katholischen St. Marien Kirche in Cinanka entschieden hat.

Laut indonesischem Recht müssen die Anwohner dem Bau einer Kirche zustimmen. Die erforderliche Unterstützung war zunächst gegeben. Doch nachdem die Nachbarn von Islamisten bedroht worden waren, zogen 15 Anwohner ihr Einverständnis zurück. „Die Unterzeichner wurden von Anhängern der FPI (Islamische Verteidigungsfront) terrorisiert", so Priester Agustinus Made gegenüber Compass Direct. „Sie waren so eingeschüchtert, dass viele auch nicht mehr an einer Sitzung des interreligiösen Gesprächsforums teilnehmen wollten. Auch die Mitglieder des Forums und des Religionsamtes wurden von der FPI terrorisiert.“

Die FPI habe durch wiederholte Demonstrationen seit Ende des islamischen Fastenmonats (am 22. August) auch den Verwaltungsleiter des Bezirks eingeschüchtert. Er zog die vor zwei Jahren von ihm erteilte Baugenehmigung zurück, so Made.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamisch geprägte Land. Laut Verfassung herrscht Religionsfreiheit. Von den 231 Millionen Einwohnern sind 80 Prozent Muslime. 16 Prozent – ca. 37 Millionen – sind Christen. Auf dem Weltverfolgungsindex 2009 des Hilfswerks für verfolgte Christen Open Doors belegt Indonesien Platz 41, in der Liste der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden.

In Indonesien muss per Gesetz eine Gemeinde aus mindestens 90 erwachsenen Mitgliedern bestehen. Dem Bau einer Kirche müssen mindestens 60 Nachbarn und die Ortsverwaltung  zustimmen. Einheimischen Gemeindeleitern zufolge ist es praktisch unmöglich, unter diesen Bedingungen eine Baugenehmigung zu erhalten.

Mit der Zustimmung von nur 45 Bürgern zum Bau der katholischen Kirche in Cinanka sei die Vorschrift nicht erfüllt, hiess es aus dem Büro des Verwaltungschefs. Zudem fehle auch das Einverständnis des Wohnblockvorstehers. Die über 1.000 Mitglieder grosse Gemeinde hält ihre Gottesdienste seit 2002 im Lagerhaus einer Stahlfabrik ab.

Aufgrund des Widerrufs der Baugenehmigung befürchtet Pastor Made nun, dass Radikale Druck auf den Besitzer des Lagerhauses ausüben werden, um die Gemeinde zu vertreiben. Die Gemeinde bereitet eine gerichtliche Klage vor.



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