Linke wollten Israel-Film verhindern
(15. Dezember 2009/idea) – Linksradikale haben die Aufführung eines Films über Israel in Hamburg verhindert. Erst im zweiten Anlauf konnte der Streifen „Warum Israel“ des jüdischen Regisseurs Claude Lanzmann am 13. Dezember unter Polizeischutz gezeigt werden.
Die erste Aufführung sollte am 25. Oktober stattfinden. Doch Demonstranten, die sich als „Antiimperialisten“ bezeichnen, hatten den Eingang des Kinos blockiert, um damit nach eigenen Angaben auf die Lage der Palästinenser aufmerksam zu machen. Medienberichten zufolge sollen sie dabei Kinobesucher als „Judenschweine“ beschimpft haben. Die Leitung des Kinos hatte daraufhin die Vorstellung abgesagt.
In seinem 1973 gedrehten Film befragt Lanzmann Israelis zu ihrem Leben in Israel und beleuchtet die Gründe für die Existenz des Staates. Die gewalttätigen Übergriffe verurteilte der 83-Jährige, der durch seinen Film „Shoa“ weltberühmt wurde, scharf: „Es ist noch nie irgendwo auf der Welt die Vorführung meiner Film verhindert worden.“ Dass dies nun ausgerechnet in Deutschland passiere, sei ein Schock für ihn.
Die antisemitischen Proteste wurden von konservativen und linksorientierten Politikern scharf verurteilt. Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte der Rheinischen Post: „Es ist erschreckend, dass sogenannte Antifaschisten zu faschistischen Methoden greifen, um ihrer antisemitischen Gesinnung Ausdruck zu verleihen.“ Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion „Die Linke“ in der Hamburger Bürgerschaft, Christiane Schneider, die sich den Film angeschaut hatte, forderte eine Entschuldigung aus der „linken Szene“.
Bevor der Film am 13. Dezember vor 60 Besuchern gezeigt wurde, demonstrierten rund 500 Personen gegen Antisemitismus und riefen zur Solidarität mit Israel auf. Sie schwenkten Israel-Flaggen und verteilten Flugblätter. Vor dem Kino hatten sich erneut linke Gegendemonstranten versammelt. Die Polizei verhinderte Übergriffe. Regisseur Lanzmann wandte sich in einem Brief an die Kinobesucher und dankte für ihren Mut.
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