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Gottesfurcht als Lebensquelle
(06. Januar 2010/rh.) – In der westlichen Gesellschaft
schwindet die Gottesfurcht rapide. Das hat Folgen: Ohne Gottesfurcht
fehlt die entscheidende Voraussetzung für eine gelingende Gemeinschaft.
«Die Furcht des Herrn ist eine Quelle des Lebens, um die Fallen des Todes zu meiden.» Sprüche 14,27 Elb
Gott
ist Anfang und Ende. Alles beginnt mit Gott und alles endet mit Gott.
Er hat das Universum und unsere Erde ins Leben gerufen. Aus dem
Betrachten der Schöpfung wächst im Menschen die Ahnung, dass dahinter
ein Schöpfer von unendlicher Grösse und Macht steht. «Seit der
Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn,
den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.
Die Menschen haben also keine Entschuldigung» (Römer 1,20 NGÜ). Als von
Gott Geschaffener ist der Mensch verantwortlich. Was er von Gott
erkennen kann, das findet er in der Schöpfung und durch sein Gewissen
(vgl. Joh. 1,9).
Das Treten auf einen Seeigel ist äusserst
schmerzhaft. Aber wer würde Seeigel sonst beachten? Was in ihnen
steckt, zeigen Querschnitte ihrer Stacheln. Unter dem Mikroskop
entpuppen sie sich als leuchtende Sterne. Die Stacheln sind aufwendig
konstruiert. Je nach Art variiert ihr Aufbau. Die Stacheln sind
komplex, schön, zweckdienlich, von perfektem Design.
Ich habe
Bilder von Seeigel-Stacheln Patienten einer Klinik für Hirngeschädigte
gezeigt. Nach dem Vortrag blieb ein Mann in seinem Rollstuhl zurück.
Ich sah seinen Augen an, dass der Blick auf ein Schöpfungswunder sein
Gewissen berührt hatte. Die Ahnung vom unsichtbaren Gott war geweckt.
Er, der seit Jahren im Wohnheim lebt und menschlich gesehen keine
Perspektive für eine Veränderung hat, sah Licht am Horizont. Und so
redete ich mit ihm über Anfang und Ende, über Himmel und Hölle und über
den Weg, der zu Gott führt – Jesus Christus.
Gottesfürchtige
Menschen leben in vielen Bereichen nach göttlichen Prinzipien, sogar
ohne diese genau zu kennen. Sie sind darin gesegnet, ohne mit Gott in
einer persönlichen Glaubensbeziehung zu stehen. Die Lebensordnungen
Gottes haben bewahrende Wirkung. Vor allem im Bereich des
Lebensschutzes, mit den Fragen von Abtreibung bis Sterbehilfe,
vertreten gottesfürchtige Menschen eine klare Meinung. Sie handeln nach
ihrem Gewissen und sagen: «So was geht nicht.» Gottesfurcht begründet
Werte.
Gottesfurcht im richtigen Sinn führt zum Respekt vor
Gottes Ordnungen, bis hinein in Kleinigkeiten. Gott meint seine
Ordnungen genauso ernst wie seine Verheissungen. Meine Beziehungen und
meinen Besitz verantworte ich nicht nach Lust und Laune, sondern «in
der Furcht des Herrn». Wie wirkt sich Liebe zu Gott aus, wo wird sie
sichtbar? «Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist’s, der mich
liebt» (Joh. 14,21 a).
Nicht Selbsterkenntnis, sondern
Gottesfurcht führt zum Leben. Der Blick in die westliche Gesellschaft
zeigt aber, dass die Gottesfurcht schwindet und dort, wo sie noch
vorhanden ist, aktiv bekämpft wird. Die deutsche Partei «Die Linke»
will in Nordrhein-Westfalen einen Absatz aus der Verfassung streichen,
der überschrieben ist mit dem Titel «Ehrfurcht vor Gott als Ziel der
Erziehung». Die Freidenker und Atheisten legen die letzten Reste an
Gottesfurcht zur Seite und verkünden: Es gibt – wahrscheinlich – keinen
Gott. Diese offene Ablehnung ist eine Weichenstellung mit Folgen für
die Gesellschaft. Ohne Gottesfurcht fehlt ihr die Voraussetzung, «um
die Fallen des Todes zu meiden». In einer Gesellschaft ohne
Gottesfurcht wächst das Gegenteil von Frieden und Respekt. Zynismus,
Egoismus und Gewalt nehmen zu.
Der Begriff «Furcht des Herrn»
kommt in der Bibel häufig vor. Im AT steht das Wort ji’rah, im NT
phobos und bedeutet Angst, Furcht. Es kann sowohl eine negative als
auch eine positive Bedeutung haben. Negativ dort, wo die Angst vor
Sünde und Verdammnis keinen Ausweg kennt und das Gottesbild sich
eingrenzt auf den Zorn Gottes, der richtet und vollstreckt. mehr...
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