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Irak: Mehr Anschläge auf Christen

(19. Januar 2010/idea) – Im Nordirak mehren sich wieder Mordanschläge auf die christliche Minderheit. Am 17. Januar wurde in Mossul der 52-jährige syrisch-katholische Gemüsehändler Saadallah Youssif Jorjis erschossen.

Zur selben Zeit wurde dort der neue chaldäisch-katholische Erzbischof Emil Shimoun Nona in sein Amt eingeführt. Sein Vorgänger, Paul Faraj Rahho, war im Februar 2008 verschleppt und nach zweiwöchiger Geiselhaft ermordet worden.

Über den Jahreswechsel 2009/2010 wurden mehrere Christen in Mossul angegriffen. Am 12. Januar wurde ein Christ erschossen und am 30. Dezember ein Ladenbesitzer und Diakon durch Schüsse schwer verletzt. Kurz vor Weihnachten hatte es Bombenanschläge auf zwei Kirchen gegeben.

Die Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Ingrid Fischbach, bezeichnet die jüngsten Anschläge als besorgniserregend. Sie zeigten, dass sich die Situation der Christen im Irak nicht gebessert habe. Die internationale Staatengemeinschaft dürfe in ihrer Unterstützung der christlichen Minderheit nicht nachlassen.

Fast drei Viertel aller Christen im Irak sind seit dem Einmarsch alliierter Truppen im März 2003 vor Entführungen, Plünderungen und Mord vor allem nach Syrien und Jordanien geflohen. Die Europäische Union hatte sich 2008 auf die Aufnahme von 10 000 Flüchtlingen aus dem Irak geeinigt. Deutschland nahm 2.500 Personen auf. Schätzungsweise leben noch rund 450.000 Christen im Land. Von den 26,7 Millionen Einwohnern des Landes sind 95 Prozent Muslime.



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