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Stürzt der Dollar ab?
(02. Februar 2010/tl.) – Die horrenden Staatsschulden der USA bergen ein hohes Risiko.
Die USA sind dabei, den Führungsanspruch in der Welt zu verlieren – aus politischen und ökonomischen Gründen. Diese Ansicht vertritt Allan Meltzer, Ökonomieprofessor an der Carnegie Mellon University, Autor des mehrbändigen Standardwerks «A History of the Federal Reserve».
Einen politischen Grund für den Niedergang der USA sieht der Ökonom in der Tatsache, dass sich die Europäer «in eine andere Richtung bewegen» als die USA. «Die Europäer brauchen uns nicht mehr, damit wir sie gegen die Russen verteidigen. Zumindest denken sie, dass sie uns nicht mehr brauchen», erklärt Prof. Allan Meltzer.
Als ökonomische Gründe für «das Ende des amerikanischen Zeitalters» führt Meltzer das horrende Staatsdefizit der USA an, das in eine Inflation führen werde. Neue Studien zeigten, so Allan Meltzer, dass alle Krisen der vergangenen 200 Jahre durch hohe Budgetdefizite und ein starkes Geldmengenwachstum ausgelöst wurden. Es fehle dem Land an Disziplin, um das Budgetdefizit und den Fehlbetrag in der Leistungsbilanz zu kontrollieren.
Der Abwärtstrend des Dollars werde sich weiter verstärken, der Euro werde an Wert zulegen, sagt Prof. Meltzer. Auch gehe er davon aus, dass der Dollar seine Rolle als Leitwährung verlieren werde. Die Währungswelt werde dann von verschiedenen Währungen dominiert, unter anderem dem Euro.
China erwirbt in grossem Stil Dollars, um dadurch seine Exporte, sein Wachstum zu fördern. Für den Fall, dass China diese Politik ändert und keine US-Dollars mehr kauft, erwartet Prof. Allan Meltzer den Absturz des Dollars: «Das wäre dann die Krise.»
Eine Chance sieht der Ökonom dann, wenn die USA die Staatsausgaben reduzieren und Steuern erhöhen. Diese Steuern dürften dann aber nicht zur Konsumförderung, sondern nur für Investitionen in die Infrastruktur verwendet werden.
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