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Wer erzählt noch biblische Geschichten?

(05. Februar 2010/sea./th.) - Sind die angeblich „radikalen Christen“, welche Hexengeschichten und heidnische Bräuche im Kindergarten kritisieren, wirklich ein so grosses Problem? Vielleicht müsste man da eher einmal über das Problem der aus Kindergarten und Schule verbannten Religion nachdenken.

„Nicht Muslime machen uns Kindergärtnerinnen das Leben schwer, sondern radikale Christen“, zitiert eine Schweizer Gratiszeitung heute eine Kindergärtnerin. Dies, weil Kindergärtnerinnen angeblich unter Druck gesetzt würden, wenn sie im Kindergarten Hexengeschichten erzählen oder Fastnachtsbräuche pflegen.

Nicht die wohl eher vereinzelt vorgebrachte Kritik an Hexengeschichten, Zaubersprüchen oder Fastnachtsbräuchen im Kindergarten macht das Leben schwer, meint dazu die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA). Schwerer wiegt für 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer, welche sich als Christen bezeichnen, vielmehr die Tatsache, dass heute vielerorts angeblich aus Rücksichtnahme in Kindergarten und Schule immer weniger die traditionell religiösen Themen zur Sprache kommen.

In einem Land, das sich einer christlich ge-prägten kulturellen Vergangenheit bewusst ist, den Kindern diese Themen vorzuenthalten, scheint der SEA aber der falsche Weg. Für junge Menschen stellt die Auseinandersetzung mit zentralen Fragen im Zusammenhang mit dem Glauben und das Kennenlernen von Glau-bensinhalten wichtige Entwicklungsschritte dar.

Hier sind einerseits die Eltern gefragt, welche in erster Linie dafür verantwortlich sind, ihren Kindern die biblischen Erzählungen weiterzusagen oder ihnen den Zugang zu einer Sonntagsschule zu ermöglichen. Leider wird diese Verantwortung immer weniger wahrgenom-men. Der Verlust eines wichtigen religiösen und kulturellen Wissens ist bedauerlich. Denn Religion und Glaube werden von den meisten Menschen nicht abgelehnt. Die persönliche Auseinandersetzung damit wird aber immer schwieriger, weil das nötige Wissen um die Grundlagen fehlt. Umso nötiger scheint der SEA, dass in den Schulen der Glaube frei und unverkrampft thematisiert werden kann.



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