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Mongolei: Kältewinter verursacht Katastrophe

(03. März 2010/tl.) – Die Mongolen sind Wetterextreme gewohnt. Aber dieser Winter ist für die Bewohner des zentralasiatischen Landes eine Katastrophe. Bei wochenlang anhaltenden Temperaturen von deutlich unter minus 50 Grad Celsius verenden die Herden der Nomaden.

19 der 21 Provinzen des riesigen Landes sind so stark von der extremen Kälte betroffen, dass Hungersnöte drohen. Mehr als ein Drittel der Mongolen führen ein nomadisches Leben. Sie sind existentiell auf ihre Schaf-, Ziegen- und Kamelherden angewiesen. Anfang Februar waren bereits 1,7 Millionen Nutztiere verendet.

Inzwischen sind schon mehr als 2,7 Millionen Pferde, Schafe, Ziegen und Kamele erfroren oder verhungert weil sie wegen der geschlossenen Schneedecke nichts zu fressen finden. Nach Angaben der Vereinten Nationen, die jetzt aktiv geworden sind, bedecken die verendeten Herden ganze Felder. Mit der Schneeschmelze im kommenden Frühjahr werden die Tierleichen zu einer Gefahr für die Gesundheit der Menschen.

Das Hilfsprogramm, das die UN jetzt gestartet hat, sei ungewöhnlich, verlautet in New York, weil sonst nur nach schweren Erdbeben oder Flutkatastrophen so geholfen werde. Die UN plant vier Millionen Dollar Hilfsgelder bereit zu stellen. Mit dem Geld sollen Nomaden unterstützt werden, sie erhalten Geld für das Beseitigen der Tierkadaver. Das soll ihnen eine Hilfe zum Lebensunterhalt sein und helfen, eine Gesundheitsgefahr zu bannen.

Mehrer zehntausend Hirtenfamilien sind ernsthaft gefährdet. Als Nomaden sind sie völlig von ihren Viehherden abhängig. Mit extremen Temperaturen können die Nomaden gut umgehen. Das harte Kontinentalklima bringt im Sommer zum Teil Hitze von 45 Grad Celsius. Minus 40 Grad Kälte sind im Winter nicht ungewöhnlich. Aber wochenlange Temperaturen von mehr als 50 Grad minus stellen für die genügsamen Bewohner der weiten Steppenlandschaften eine Katastrophe dar.

Seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird gibt es in der Mongolei meteorologische Aufzeichnungen. Bislang kam es ungefähr alle acht Jahre zu einem extrem kalten Winter, einem so genannten Zud, der das Land mit einer brutalen Kälte, eisigen Stürmen und Schneefall heimsucht. Seit etwa zehn Jahren sind Extremwinter wesentlich häufiger geworden. So waren die Winter in drei aufeinander folgenden Jahren ab 1999 von extremer Kälte. Damals verloren die Nomaden mit zehn Millionen Tieren die Hälfte ihres Viehbestandes.



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