Erdachse als Folge des Chilebebens verschoben
(03. März 2010/tl.) – Das Erdbeben der Stärke 8,8 in Chile hat die Erdachse um acht Zentimeter verschoben. Dadurch wurde auch die Rotationsgeschwindigkeit der Erde um 6,8 Mikrosekunden verkürzt.
Das geht auf Berechnungen von Geophysikern der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zurück. Die Veränderungen der Rotationsgeschwindigkeiten sind zu gering, um gemessen werden zu können, so die NASA-Wissenschaftler. Die Veränderungen liessen sich aber berechnen. Das Beben in Chile war das fünftstärkste, das je gemessen wurde.
Zu der Veränderung der Erd-Eigendrehung kommt es, weil eine so gewaltige Masse an Gestein ins Erdinnere gedrückt wurde. Daraus ergibt sich der „Pirouetten-Effekt“, der sich bei Eistänzerinnen beobachten lässt: Wenn sie ihre Arme anziehen beschleunigt sich die Drehung um die eigene Achse, werden die Arme ausgestreckt, ergibt sich ein Bremseffekt. Auch das Erdbeben in Sumatra von 2004, das den verheerenden Tsunami ausgelöst hatte, bei dem schätzungsweise 200 000 Menschen ihr Leben verloren, hatte globale Auswirkungen. Die Erdachse hatte sich damals um sieben Zentimeter verschoben, die Tageslänge um acht Millionstel Sekunden verkürzt.
Das Beben von 2004 war mit einer Stärke von 9,1 noch stärker als das jetzige in Chile. 2004 war eine messbare Druckwelle durch das Gestein dreimal um die ganze Erde gerollt. Dabei wurde Europa kurzzeitig um vier Zentimeter angehoben. Bei dem Erdbeben in Chile wurde wohl besonders viel Oberflächengestein in das Erdinnere verfrachtet, der Winkel war steiler als bei dem Beben in Südostasien. Das in die Erde gedrückte Material wird dort zu Magma schmelzen und seismische Nachfolgeeffekte erzielen.
Erdbebenforscher gehen davon aus, dass als eine Folge davon ruhende Vulkane aktiv werden. Durch die plötzliche Zunahme von Magma in bestimmten Bereichen verändert sich die Dynamik der unterirdischen Magmaströme, Gestein wird teils durchlässiger für Gase und Magma. Deutsche Wissenschaftler führen die Zunahme an vulkanischen Eruptionen nach den Extrembeben im Kamtschatka (1952), Chile (1960), Alaska (1964) und Indonesien (2004) auf diesen Effekt zurück.
Dass die Erde, die nach biblischer Vorstellung „über dem Nichts aufgehängt“ (Hiob 26,7) ist, auch als Ganzes erschüttert werden kann, ist auch in der Bibel beschrieben. Im Buch Jesaja (24,21f) und auch in den Psalmen ist davon die Rede, dass die Erde als Folge schwerster Erdbeben ins Taumeln gerät.
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