Iran: Freigelassener Pastor weiter in Gefahr
(07. April 2010/fa.-) – Im Iran wurde Ende März ein Pastor aus dem Gefängnis in Isfahan auf Kaution entlassen. Überschattet wird die Freude über die Freilassung von Wilson Issavi von der Sorge um seine Sicherheit. Nicht selten werde versucht, Christen, die religiöser „Vergehen“ angeklagt wurden, nach ihrer Entlassung umzubringen, so der Informationsdienst Compass Direct.
Wie Compass Direct berichtet, hatten Beamte dem Christen im Gefängnis mit der Hinrichtung gedroht. Jetzt ist die Befürchtung, dass islamische Extremisten ihn töten könnten. Laut Compass Direct ist der Pastor im Gefängnis gefoltert worden. Zudem kämpfe der 63jährige Issavi mit den Folgen einer Infektionskrankheit, ausgelöst durch die unhygienischen Haftbedingungen.
Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes hatten Wilson Issavi am 2. Februar während eines Hausgemeindetreffens verhaftet. Die iranische Regierung warf ihm unter anderem die Bekehrung von Muslimen vor.
Wilson Issavi ist Pastor der evangelischen Kirche Kermanshah in Isfahan, einer 50 Jahre alten Tochtergemeinde der „Assemblies of God“, die sich um die assyrische Bevölkerung kümmert. Ein Kenner der Region, der anonym bleiben wollte, sagt der christlichen Hilfsorganisation Open Doors zufolge, die iranische Regierung wolle offensichtlich nicht nur ihre politischen Kritiker, sondern auch die wachsende Kirche zerschlagen.
Nach Nordkorea ist der Iran das Land, in dem Christen weltweit am stärksten verfolgt werden. Im Iran ist der Islam Staatsreligion. Unter den 71 Millionen Einwohnern leben rund 450.000 Christen; etwa 100.000 von ihnen gehören armenischen und assyrischen Kirchen sowie anderen Gemeinden an, schätzungsweise 350.000 sind ehemalige Muslime.
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