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Geiselhaft erzwingt Sterilisation
(27. Mai 2010/fa.) – Die Ein-Kind-Politik wird auch heute noch brutal durchgesetzt.
Seit 30 Jahren gilt in China die Ein-Kind-Politik. In ländlichen Regionen wird das Gesetz noch heute mit aller Härte durchgesetzt: Unzählige Kinder werden abgetrieben und Eltern, die den Wunsch nach weiteren Kindern haben, werden eingeschüchtert, diskriminiert und zwangssterilisiert. Ein mutiger Journalist hat mit seiner Berichterstattung über eine brutale Sterilisationskampagne im Süden Chinas jetzt eine Debatte ausgelöst.
Der Reporter hatte öffentlich gemacht, dass Grosseltern und andere Verwandte von Familien mit mehr als einem Kind von den Behörden als Geiseln genommen werden, um die Eltern zu einer Sterilisation zu zwingen. Allein in der Stadt Puning versuchte die Familienplanungskommission im April 9559 Frauen und Männer mit drakonischen Massnahmen zu einer Sterilisation zu bewegen: Verhaftung von Angehörigen bis zur erfolgten Sterilisation, Einschüchterungen, Beförderungsstopp.
Die Behörden bekennen sich zu ihrem rüden Vorgehen. Innerhalb weniger Nächte seien sämtliche Haushalte durchkämmt worden, um Familien zu identifizieren, die zur Sterilisation «überredet» werden mussten. In nur einer Woche, so die Bilanz, seien 4939 Personen sterilisiert worden.
Die Ein-Kind-Politik hat in China zu einer Verschiebung des Geschlechterverhältnisses geführt. In einigen Regionen sind von 2000 Neugeborenen 1350 männlich. Traditionell wünschen sich viele Chinesen einen Jungen als Stammhalter. Weibliche Ungeborene sind besonders von Abtreibung bedroht. Seit 1984 ist ein zweites Kind erlaubt, wenn das erste ein Mädchen ist.
Zwangsabtreibungen und die Bestrafung von Angehörigen als Mittel staatlicher Politik sind inzwischen verboten. In manchen Landesteilen halten sich die Behörden aber nicht an diese Vorschriften.
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