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"Public Viewing" trägt religiöse Züge

(11. Juni 2011/fa.) - Für den Frankfurter Sportsoziologen Robert Gugutzer ist das gemeinsame Schauen von Fussballspielen auf Grossbildschirmen eine «Sonderwelt mit quasi-religiösem Charakter».

Gemeinsam gehe man zum Versammlungsort, es würden religionsähnliche Symbole gezeigt, Reliquien getragen, Rituale praktiziert, Gesänge angestimmt und auf ein «ekstatisches, gar transzendentes Aufgehen in der Masse gehofft», sagte Gugutzer. Der Gott, zu dessen Ehren dieses Fest abgehalten werde, sei jedoch kein bestimmter Fussballer und auch nicht der Sport, sondern das eigene Ich.

Der Wissenschaftler führt den Boom des «Public Viewing» auf das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit zurück. Wo sich die traditionellen Bindungen der Grossgruppen - Verwandtschaft, Nachbarschaft, Dorfgemeinschaft oder Kirchengemeinde - auflösten, suchten sich die Menschen neue, alternative Gemeinschaften.
Quelle: Livenet



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