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Zürich: Keine Schöpfungslehre in der Schule
(30. September 2010/fa./rh.) – Drei Mitglieder des Zürcher Kantonsparlaments wollten, dass an den Schulen neben der Evolutionstheorie auch die Schöpfung gelehrt wird. Ihr Postulat wurde verworfen.
Das mutige Postulat kam aus den Reihen der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU). Ihrer Ansicht nach sollte die Schöpfungslehre an der Volksschule im Mensch-Umwelt-Unterricht ein ebenso grosses Gewicht haben, wie die Urknall- und Evolutionstheorie.
In ihrer Begründung schrieben Stefan Dollenmeier (EDU, Rüti), Hans Peter Häring (EDU, Wettswil) und Heinz Kyburz (EDU, Oetwil a.S.): «Die Entstehung des Universums durch die Urknalltheorie ist weder wissenschaftlich beweisbar noch wahrscheinlich, stellen sich doch viele ungeklärte, wesentliche Fragen (beispielsweise: woher stammt die Materie, was war vor dem Urknall, was löste diesen aus…?). Laut Volksschulgesetz erzieht die Volksschule zu einem Verhalten, das sich an christlichen Wertvorstellungen orientiert. Dazu gehört auch die Vermittlung der Schöpfungslehre. Für die Sinnfrage der Jugendlichen nach dem Woher und Wohin, nach dem Sinn und Zweck des Lebens, ist es unabdingbar, ihnen beide Modelle aufzuzeigen und sie ohne Beeinflussung selber entscheiden zu lassen, was ihnen wahrscheinlicher erscheint. Dafür müssen sie aber beide gleich gut kennen."
Da man weder Gott noch die Urknalltheorie und die Evolutionslehre beweisen könne, sei es „nichts als logisch und fair, den Schulkindern beide Varianten gleichberechtigt vorzulegen“. Es sei zudem diskriminierend, die Vertreter der Schöpfungslehre als „altmodisch und dumm“ abzutun.
Nach einer repräsentativen Meinungsumfrage aus dem Jahre 2007 befürworten 75 Prozent der Befragten, dass die Evolutions- und die Schöpfungslehre gleichberechtigt zu unterrichten seien.
Der Grossteil des Kantonsrat liess sich aber nicht überzeugen. In der Diskussion wurde den initiativen Christen trotzdem unterstellt, sie seien „nicht ganz auf der Höhe der Zeit». Andere, zum Beispiel die Vertreter der SP meinten, die Schöpfungsgeschichte gehöre zur biblischen Geschichte und nicht in den Naturkundeunterricht. Ein Vorschlag, der zumindest diskutabel ist. Die SVP hingegen warnte sogar davor, dass ein solcher Schritt den Ruf des Bildungsstandortes Zürich ruinieren würde. Und ganz offensichtlich wagten es die wenigsten Politiker, sich in solchen Gegenwind zu stellen. Der Kantonsrat folgte den gegnerischen Rednern und lehnte die Überweisung mit 180 zu 13 ab.
Einmal mehr wird so verhindert, dass sich Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichen Erklärungsmodellen über die Frage nach dem Ursprung des Lebens auseinandersetzen können.
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