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«Es ist allgemeines Gedankengut»

(12. Oktober 2010/tl.) – Die Islamwissenschaftlerin Carmen Matussek hat über die Verbreitung der «Protokolle der Weisen von Zion» in der arabischen Welt geforscht. Eine besorgniserregende Studie.

factum: Frau Matussek, Sie haben Ihre Magisterarbeit als angehende Islamwissenschaftlerin über die so genannten «Protokolle der Weisen von Zion» geschrieben. Wie kamen Sie auf dieses Thema?
Matussek: Der Vorschlag meines Professors für mein Magisterarbeitsthema kam aus dem Nichts heraus und lautete: «Schreiben Sie doch über die Rezeptionsgeschichte der Protokolle der Weisen von Zion in der arabischen Welt. Das hat noch niemand gemacht.» Mein Interesse wurde erst geweckt, als ich in der Bibliothek stöberte und herausfand, was diese Protokolle überhaupt sind. Denn wie die meisten Europäer hatte ich noch nie davon gehört.

factum: Worum handelt es sich bei diesen Protokollen, was ist ihr Inhalt?
Matussek: Antisemiten weltweit behaupten, dass es sich bei dem «Dokument» um Mitschriften jüdischer Konspiranten handle, die 1897 am Rande des Ersten Zionistenkongresses in Basel nachts auf einem Friedhof eine Verschwörung gegen den Rest der Welt ausgeheckt hätten. Es umfasst 24 Protokolle, in denen Juden finstere Pläne zur Unterjochung, Verdummung und Kontrolle aller Nicht-juden in den Mund gelegt werden.

factum: Wann und wo sind diese Protokolle entstanden?
Matussek: Sie entstanden Ende des 19. Jahrhunderts im Umkreis des russisch-zaristischen Geheimdienstes. Als sie in Russland und später auch in Europa und Amerika Verbreitung fanden, wurden sie immer wieder politisch dazu instrumentalisiert, die Existenz einer jüdischen Weltverschwörung zu beweisen und somit von innenpolitischen Missständen abzulenken, beziehungsweise einen Schuldigen dafür zu haben: die Juden.

Lesen Sie das ganze Interview in factum 7/2010.


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