Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Bagdad: Blutbad im Gottesdienst

(01. November 2010/fa.) - Bewaffnete haben in Bagdad eine syrisch-katholische Kirche gestürmt und die Kirchgänger als Geiseln genommen. Bei der folgenden Befreiungsaktion sind 49 Menschen ums Leben gekommen.

Das Geiseldrama in einer Kirche in Bagdad hat weitaus mehr Opfer gefordert als bisher angenommen. Wie ein Vertreter des irakischen Innenministeriums mitteilte, wurden bei der Geiselnahme am Sonntag 37 Kirchgänger und sieben Sicherheitskräfte getötet. Bei der Erstürmung der Kirche seien zudem fünf «Terroristen» getötet und acht Verdächtige festgenommen worden. 56 Geiseln sowie 15 Polizisten wurden verletzt.

Wie verschiedene Medien berichten, war am Sonntag ein bewaffnetes Kommando während des Gottesdienstes in die syrisch-katholische Kirche in Bagdad eingedrungen und hatte die rund 100 dort versammelten Menschen in seine Gewalt gebracht. Am Abend beendeten irakische und US- Sicherheitskräfte die Geiselnahme.

Anscheinend hatten die Terroristen vor dem Überfall auf die Kirche versucht, die Börse von Bagdad anzugreifen. Dabei setzten sie auch Blendgranaten ein. Sie wurden aber vom Sicherheitspersonal in einem kurzen Feuergefecht zurückgeschlagen. Dabei starben zwei Wachleute, wie es von Seiten der Polizei hiess.

Nach Angaben des die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE übernahm der El Kaida-Ableger Islamischer Staat Irak die Verantwortung für die blutige Geiselnahme.
Demnach erklärte die radikalislamische Bewegung, eine «Gruppe wütender Gotteskrieger» habe die syrisch-katholische Kirche in der irakischen Hauptstadt überfallen, die «schon immer von den Christen im Irak als Hauptquartier für den Kampf gegen den Islam» genutzt worden sei.

zurück

Das aktuelle Heft:
factum 3/2012


factum 3/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben