Aufruf zum Gebet für verfolgte Christen
(12. November 2010/tl.) – Informieren, aktiv werden und beten: Darum geht es beim „Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen“ am 14. November.
Zum Tag des Gebets ruft die „Weltweite Evangelische Allianz“ auf. Zu den Ländern, in denen Christen am brutalsten verfolgt werden gehören Nordkorea, Iran, Nigeria und Ägypten. In Gottesdiensten und eigens organisierten Veranstaltungen soll der vielen Christen gedacht und für die eingestanden werden, die unterdrückt und verfolgt werden.
Man geht davon aus, dass weltweit 100 Millionen Christen verfolgt werden. „Wir dürfen die verfolgten Christen nicht vergessen und alleine lassen“, sagte Markus Rode vom christlichen Hilfswerk Open Doors, das sich ebenfalls an dem Gebetstag für verfolgte Christen beteiligt. Jedes Gebet, so Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, sei „ein Zeichen bewusster Anteilnahme an dem Leiden der verfolgten Christen“.
Nordkorea ist seit Jahren das Land, in dem Christen am stärksten verfolgt werden. Internierung in Arbeitslager, Folter und Hinrichtung treffen Christen, die von den Spitzeln des Regimes getroffen werden. An zweiter Stelle auf der Liste der Länder mit besonders schlimmer Christenverfolgung steht der Iran, gefolgt von Saudi Arabien auf Platz drei. „Wir leben in einer Zeit, in der mehr Christen verfolgt werden als je zuvor“, sagte Hans J. Stückelberger, Präsident von „Christian Solidarity International“ (CSI).
Er nannte als ein Beispiel den Sudan, in dem die Verfolgung von Christen eine Tradition habe, die bis ins sechste Jahrhundert zurück reiche. Seit 1983 gilt im Sudan die Scharia, das islamische Rechtssystem. Präsident Al-Baschir hat den Dschihad gegen die Christen im Südsudan ausgerufen. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden ermordet, fünf Millionen wurden vertrieben.
Im Zuge der Islamisierung der Türkei wird es dort für Christen immer schwieriger. Tessa Hofmann, Soziologin und Türkei-Expertin am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin sagte, in der Türkei führe ein öffentliches Bekenntnis zum Christentum zur Diskriminierung. Fast alle Christen sind inzwischen ins Ausland gegangen.
Besonders betroffen sind Türken, die den Glauben an Jesus Christus angenommen haben. Inzwischen stellen Christen nur noch 0,14 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Die heutige Christendiskriminierung, die von juristischer Benachteiligung bis hin zu Bedrohung und Ermordung geht, hat in der Türkei eine unselige Tradition. Tessa Hofmann erinnert in diesem Zusammenhang an die Ermordung von 3,5 Millionen Christen in der Türkei in den Jahren 1912 bis 1923. Hofmann kritisiert, dass in der Türkei für Christen unsichere Besitz- und Eigentumsverhältnisse bestehen, während der Staat zugleich aber mehr als 100000 Imame finanziere, die im In- und Ausland tätig sind.
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