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Christin zum Tod verurteilt
(12. November 2010/fa.) - Die 45-jährige Asia Bibi soll in Pakistan wegen Gotteslästerung gehängt werden. Ihr Vergehen? Sie soll den Propheten Mohammed mit Jesus verglichen haben.
Wie verschiedene Medien berichten, sitzt die pakistanische Christin Asia Bibi seit über einem Jahr in einem pakistanischen Gefängnis. Am Montag hat ein Gericht im Bezirk Nankana in der zentralpakistanischen Provinz Punjab Asia Bibi zum Tod durch den Strang verurteilt.
Die Leidensgeschichte der fünffachen Mutter begann allerdings bereits im Juni 2009. Das berichtet „20Minuten online“. Damals wurde Asia Bibi während ihrer Arbeit auf einem Feld darum gebeten, Wasser zu holen. Mehrere muslimische Arbeiterinnen wandten jedoch ein, dass sie als Nicht-Muslimin die Wasserschüssel nicht berühren dürfe. Sie solle sich zum Islam bekennen, forderten die anderen Frauen Bibi auf. Es kam zum Streit und den Zeuginnen zufolge sagte Bibi, Jesus Christus sei für die Sünden der Menschen am Kreuz gestorben. Was habe Mohammed für die Menschen getan? Jesus sei lebendig, Mohammed dagegen tot.
Einige Tage später beschwerten sich die Frauen bei einem Geistlichen. Asia Bibi habe sich beleidigend über den Propheten Mohammed geäussert. Die Angeschuldigte selbst bestreitet das. Sie sei von den Frauen wegen ihres Glaubens diskriminiert worden. Doch der Geistliche war bereits zur Polizei gegangen, die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Blasphemie einleitete.
Nun hat das Gericht die 45-Jährige wegen Blasphemie zum Tod verurteilt. In seinem Urteil, so berichtet die Nachrichtenagentur AFP, schloss Richter Naveed Iqbal «gänzlich» aus, dass die Frau zu Unrecht beschuldigt worden war. Es hätten auch keine «mildernden Umstände» geltend gemacht werden können.
Die Todesstrafe muss vor einer möglichen Vollstreckung noch vom höchsten Gericht Punjabs bestätigt werden. Asia Bibis Ehemann, Ashiq Masih, sagte gegenüber AFP, er werde Berufung gegen das Urteil einlegen.
Menschenrechtsgruppen reagierten empört auf das Urteil. Die 45-jährige Asia Bibi sei die erste Frau, die in Pakistan wegen Gotteslästerung gehängt werden solle, kritisierten sie. Human Rights Watch (HRW) forderte die Abschaffung des Artikels 295C im pakistanischen Strafgesetzbuch, der zur Diskriminierung religiöser Minderheiten missbraucht werde. Der Paragraph sei «unverschämt» und müsse ausser Kraft gesetzt werden, forderte ein HRW-Sprecher.
In Pakistan sind Schätzungen zufolge lediglich drei Prozent der 167 Millionen Einwohner nicht-muslimischen Glaubens.
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