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Wenig Verständnis für moderne Landwirtschaft

(23. November 2010/idea) – Eine zunehmende Entfremdung der Gesellschaft von der modernen Landwirtschaft beobachtet der Vizepräsident des niedersächsischen Landesbauernverbands, Heinz Korte (Bremervörde).

Man halte vielfach am Leitbild des bäuerlichen Familienbetriebs fest, sagte Heinz Korte am 21. November beim Bauerntag im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen bei Walsrode. Moderne Betriebe müssten aber ihre Abläufe zunehmend industrialisieren und den technischen Fortschritt nutzen. Der Verbraucher wolle zwar frische Produkte, aber „keinen stinkenden Stall in seiner Nähe“. Es sei mehr Aufklärung nötig, um die Akzeptanz der Landwirtschaft zu verbessern, sagte Korte vor rund 130 Besuchern des Bauerntags.

Insgesamt sei die Landwirtschaft in Niedersachsen aber gut aufgestellt. Man brauche keine Angst vor der Zukunft zu haben. Die Bereitschaft zu investieren sei hoch, so Korte weiter. Allerdings gebe es auch „dunkle Wolken“. Die Reform der EU-Agrarpolitik, bei der Direktzulagen abgeschmolzen und an höhere Umweltauflagen gekoppelt würden, führe zu einer grösseren Flächenkonkurrenz. Dies und der erhöhte Bedarf an Anbauflächen für Biogasanlagen treibe die Preise für Äcker und Wiesen in die Höhe.

Das von Pastor Heinrich Kemner (1903-1993) 1965 gegründete Rüstzentrum ist das grösste pietistische Zentrum Norddeutschlands. Es umfasst ein theologisches Studienzentrum, ein Freizeit- und Tagungszentrum, Betriebe, Werkstätten, eine Seniorenwohnanlage sowie Sozialtherapie (oder Therapieangebote) und berufliche Rehabilitation für Menschen mit psychischen Problemen und Suchthintergrund. Leiter ist Pastor Martin Westerheide.

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