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Zürich: Kein Verbot von Suizidbeihilfe

(26. November 2010/rh.) - Das Parlament des Kantons Zürich lehnte eine Volksinitiative der christlichen Partei EDU deutlich ab. Die Partei wollt jede Beihilfe zur Selbsttötung verbieten.

Die EDU hatte vorgeschlagen, nicht nur die organisierte Beihilfe zum Selbstmord zu verbieten, sondern „jede Art von Verleitung und Beihilfe zum Selbstmord unter Strafe zu stellen».

In der Debatte hatte Heinz Kyburz (EDU) zu bedenken gegeben, dass mit jeder Art von Sterbehilfe Tür und Tor geöffnet werde für die „organisierte Entsorgung der Kranken und Schwachen». Todkranke Menschen bräuchten aber nicht Hilfe zum Sterben, so Kyburz, sondern Hilfe beim Sterben. Dabei verwies er auf die Palliativmedizin, die bei Sterbenden Symptome lindere, aber nicht mehr heilend eingreift.

Wie livenet.ch berichete, hätten sich Barbara Bussmann (SP) und Hans-Peter Portmann (FDP)gegen diese Argumentation gewehrt. Palliativmedizin könne nicht jedes Leiden lindern, und es sei zynisch, so zu tun, als wäre das möglich, sagte Bussmann. Portmann lud alle Befürworter der Initiative für ein paar Stunden in das von ihm geleitete Sterbehospiz Lighthouse ein. «Glauben Sie, unter Schmerzen zu sterben, sei ein Zuckerschlecken? Das zu ertragen, ist ein Kampf.» Man dürfe sich über die Möglichkeiten der Palliativmedizin nichts vormachen: «Ganz am Ende kommt eine Grauzone, in der das Schmerzmittel selbst das Leben verkürzt.» Zudem plädierte Portmann für den Freitod. Niemand habe das Recht, einem anderen vorzuschreiben, wie und wann er zu sterben habe.

In der Abstimmung setzten sich die Gegner der Initiative mit 133 zu 22 Stimmen durch. Geschlossen dafür gestimmt hatten EDU und EVP.

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