Der tägliche Bibelvers genügt nicht
(06. Dezember 2010/idea.) - Ein Bibelvers pro Tag ist nicht genug. Das meint der US-Missiologe Roger Peugh. Wäre er der Teufel, würde er auf jeden Fall vom Bibellesen abhalten.
(idea) – Ein Desinteresse vieler Evangelikaler an der Bibel hat der US-amerikanische Gemeindegründer und Missiologe Roger Peugh (Winona Lake/Bundesstaat Indiana) beklagt. Das Wort Gottes werde „wenig gelesen und mickrig gelebt“, sagte er vor rund 250 Besuchern auf der Herbsttagung der Konferenz für Gemeindegründung (KfG).
Der 67-Jährige leitet die Fakultät für Missiologie am „Grace Seminary“ in Winona Lake. Nach seinen Worten handeln viele Christen nach dem Grundsatz „Ein Verslein für ein Taglein für ein Christlein“. Peugh: „Wenn ich der Teufel wäre, würde ich auch alles daran setzen, um die Leute vom Umgang mit der Bibel abzuhalten.“
Peugh kritisierte ferner, dass viele Gemeinden ihre Mitglieder zur Passivität erzögen: „50 bis 70 Mitarbeiter können heute unter Umständen für 2.000 Leute eine Schau abziehen. ‚Allgemeines Priestertum’ bedeutet aber nicht nur direkten Zugang des Gläubigen zu Gott, sondern auch direkten Zugang zum Dienst.“
Peugh bezeichnete die christliche Gemeinde als „Wohnstätte der Herrlichkeit Gottes“. Er rief Christen dazu auf, ihre Freude und Dankbarkeit gegenüber Gott auszudrücken: „Anbetung macht Gott glücklich.“
Der Missionsexperte war von 1972 bis 1987 Pastor der Biblischen Missionsgemeinde in Stuttgart. Er gehörte zu den Mitinitiatoren der KfG, die 1983 ins Leben gerufen wurde. Mit ihr sind rund 350 unabhängige Gemeinden mit mehr als 10.000 Mitgliedern verbunden. Vorsitzender ist Wilfried Plock (Hünfeld bei Fulda).
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