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Das Gute sehen
(20. Dezember 2010/tl.) – Die Flut der schlechten Nachrichten verstellt den Blick auf die geistliche Wirklichkeit und damit den aufkeimenden Segen Gottes.
Früher war alles besser. Wir leben in schlimmen Zeiten. Und es wird immer schlimmer. Dieser Dreiklang bestimmt das Bild, das wahrscheinlich die meisten Menschen von der Wirklichkeit haben. Es gibt verschiedene Gründe für diese Vorherrschaft dieses Bildes. Viele Geschehnisse und Zustände auf dieser Welt sind tatsächlich beklagenswert. Auch sind die Medien Spezialisten darin, das zu liefern, was der Kunde will. Niemand interessiert sich für die Flugzeuge, die nicht vom Himmel stürzen, für den ehrlichen Politiker, den freundlichen Gruss am Morgen, die Firma, der es seit Jahr und Tag und auch gegenwärtig ganz einfach gut geht. Die negative Entwicklung, die sich ins Positive gewendet hat, schafft es nicht zur Primetime in die Nachrichten. Kaum jemand kann sich dem Sog negativer Zukunftserwartung und apokalyptisch anmutender Horrorszenarien entziehen – seien sie politischer, wirtschaftlicher oder ökologischer Art.
Aber was ist denn das zutreffende Bild der Wirklichkeit? Gibt es überhaupt eine «objektive», umfassende, wahre Darstellung von dem, was in der Welt geschieht? Nein, das gibt es nicht. Nicht nur, weil alle Informationen, die jemand weitergibt – ob von professionellen Journalisten gefertigt oder beim Schwatz am Gartenhag dahingeredet – einen persönlichen Hintergrund haben. Wer immer eine Nachricht weitergibt, tut dies vor dem Hintergrund seines Wissens, seiner persönlichen Lebenswelt, vor dem Hintergrund dessen, was ihn geprägt hat, was ihn – bewusst oder unbewusst – umtreibt.
Was dem einen wichtig erscheint, findet der andere banal, was die eine empört, hält die andere für normal.
Aber Informationen sind nicht nur deshalb nicht objektiv, weil sie von der Subjektivität ihrer Produzenten geprägt sind. Nachrichten und Informationen sind immer mit einer Funktion verknüpft: Sie sollen unterhalten oder belehren, überzeugen oder zum Kaufen anregen. Massenmedien zum Beispiel sind kommerzielle Unternehmen. Sie müssen Informationen so aufbereiten, dass sie besonders interessant und spannend erscheinen. Möglicherweise spannender, als sie tatsächlich sind. So wird aus jedem gänzlich banalen Wintereinbruch gleich eine Katastrophenmeldung.
Lesen Sie den ganzen Beitrag in factum 9/2010.
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