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Leben ist Beziehung

(20. Dezember 2010/ir.) – Zielgerichtet oder Zufall, Sinn oder Schicksal? Die Evolutionstheorie im Vergleich mit der Schöpfungs- und Heilsgeschichte.

Die Evolutionstheorie und auch die biblische Schöpfungs- und Heilsgeschichte beschreiben Veränderungen in der Zeit. Beide sind geschichtlich und lassen sich somit vergleichen. Ein Vergleich ist auch deshalb möglich, weil die Ursprünge der Evolutionstheorie in philosophischen Überlegungen zu finden sind. Dafür gibt es viele Belege. So meinte etwa der Theologe Johann Gottfried Herder rund 80 Jahre vor Darwin, die Naturgeschichte als Entwicklungsgeschichte verstehen zu müssen, weil er in der Natur die schöpferische Potenz sah. Auch der entscheidende Gedanke der Evolutionstheorie, die Selektion, wurde von einem Sozialforscher, nämlich von Thomas Robert Malthus, formuliert und vom Naturforscher Charles Darwin lediglich aufgegriffen.

Zeitgleich mit Darwin meinte Karl Marx, dass sich die menschliche Gesellschaft auf Grund materialistischer, dialektischer Gesetze höherentwickelt und dazu der Kampf und die Revolution notwendig seien. Der bedeutendste Evolutionsforscher des 20. Jahrhunderts, Ernst Mayr, vertrat die Meinung, es sei ein lohnenswertes Ziel der Evolutionsforschung, moralische Massstäbe für unser Verhalten zu finden. Laufend stösst man auf Verbindungen und Übergänge zwischen geistes- und naturwissenschaftlichen Überlegungen.

So glaubt denn auch gemäss Um­fragen die Mehrheit der Menschen, Gott habe das Universum und die Erde geschaffen, und zwar auf dem Weg der Evolution. An diesem Punkt gilt es zuerst einmal genauer hinzuschauen und zu unterscheiden, wie sich die-se Entwicklung zeigt. Zwischen der ­Mikroevolution und der Makroevolu- tion liegt ein entscheidender Unterschied. Mikroevolution ist die Variation innerhalb gewisser Arten (hundeartige, pferdeartige usw.) und somit beobachtbar. Makroevolution hingegen geht davon aus, dass sich das Leben, wie auch die Arten, im Rahmen eines angenommenen Mechanismus nicht nur entwickelten, sondern auch daraus entstanden sind. Also versucht die Makroevolution auch Angaben über den Anfang zu ergründen, während die Mikroevolution von einer bestehenden Art ausgeht, die selbst bei der Veränderung durch Anpassung dieselbe Art bleibt.

Lesen Sie den ganzen Bericht in factum 9/2010.


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