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EU erforscht Überwachungsprogramm

(01. Februar 2011/tl.) – Die EU gibt elf Millionen Euro zur Erforschung eines automatisierten Überwachungsprogrammes zur Kriminalprävention aus.

Ziel des «Indect» genannten Auftrages ist die Entwicklung von Computerprogrammen, die automatisch «abnormales Verhalten» auf Videos und Bildern von Überwachunsgs­kameras erkennen und melden. Die Software soll aggressive Stimmen, gewalttätige Mimik und auffälliges Verhalten detektieren.

Darüber hinaus soll erforscht werden, wie Daten aus verschiedensten Quellen «intelligent miteinander verknüpft» werden können, sagte Nils Johanning von der deutschen Firma Innotec Data. Die Firma aus Bad Zwischenahn ist von der EU mit der Erforschung der geeigneten Computertechnologie und Software beauftragt worden. Ziel ist, Informationen aus verschiedensten Quellen in einem automatisierten Verfahren zusammenzuführen. So sollen auch Internet-Foren und die private Internetnutzung systematisch auf Verdächtiges durchsucht werden. Die hier gewonnenen Daten können mit solchen über die räumliche Bewegung aus der Handy-Ortung, Informationen von Überwachungskameras und sogar von Bildern unbemannter Flugobjekte verknüpft werden. Das Indect-Programm verknüpft zivile und militärische Technologien zur Kontrolle von Menschen. Ob es zu einer Anwendung dieser Technologie kommen kann, ist heute noch unklar. Datenschützer üben scharfe Kritik an diesem Forschungsprogramm. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix sagte, die Beschreibung des Programms von Indect gleiche einem «regelrechten Horrorszenario von Überwachungsmöglichkeiten».

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