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Iran: Christen sind weiter Opfer brutaler Verfolgung

(08. Februar 2011/tl.) – Noch immer unklar ist das Schicksal von vielen der iranischen Christen, die im Dezember 2010 verhaftet wurden. Bei der Verhaftungswelle an Weihnachten waren dem „Center for Religious Freedom“ am Hudson Institute in Washington zufolge 600 Christen verhaftet worden.

Ende Januar wurden einzelne Christen freigelassen. So wurden aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran vier Frauen freigelassen, in Isfahan kamen eine Frau und zwei Männer frei. Sie waren zusammen mit 30 weiteren Gläubigen während der Verhaftungswelle an Weihnachten gefangen genommen worden und verbrachten mehr als einen Monat in Einzelhaft. Das berichtet die schweizerische Organisation Aktion für verfolgte Christen (AVC).

Die verfolgten Christen werden in vielen Fällen nach ihrer Verschleppung geschlagen und misshandelt. Meistens werden sie ohne juristischen Beistand festgehalten berichten die Organisationen Human Rights Watch und Open Doors. Das Vorgehen gegen die Christen in Iran folgt immer demselben Muster berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Es beginne mit anonymen telefonischen Morddrohungen, dann folgen Überwachungsaktionen und schliesslich Razzien.

Den durch Folter abgepressten „Geständnissen“ folgen weitere Verhaftungen. Konvertiten werden unter Druck gesetzt Erklärungen zu unterschreiben, in denen der Glaubenswechsel widerrufen wird. Die verhafteten Christen werden auch ökonomisch unter Druck erpresst. So werden drastische Kautionen festgesetzt, die Familien ins Elend stürzen können und die es den Betroffenen nahe legen, zum Islam zurückzuwechseln. So berichtet AVC von der Familie von Zarah Akhavan, die für Freilassung ihrer Tochter die Lizenz ihres Handelsunternehmens abgeben musste.

Nicht nur wird damit die Grundlage des Lebensunterhaltes der Familie zerstört, die Handels- Lizenz reichte nicht aus, um damit auch ihre Schwester Leyla aus dem Evin-Gefängnis zu bringen. Die Familien von drei in der Stadt Mashad inhaftierten Christen mussten 180000 Dollar Kaution für ihre vorübergehende Freilassung bezahlen. Gefängniserfahrungen und Verhöre im Iran hinterlassen oft traumatische Spuren, berichtet AVC. Davon sind auch Kinder betroffen.

So müssen die beiden kleinen Kinder Rasool und Maryam ohne ihre Eltern leben. Ohne Vorwarnung wurden Vater und Mutter in den frühen Morgenstunden des 28. Dezember 2010 einfach abgeführt. Während die Mutter im Stande war, mehrmals aus dem Gefängnis anzurufen, ist über den Verbleib des Vaters noch immer nichts bekannt.

Vom Schicksal der meisten verhafteten Christen ist nichts bekannt. Nur wenige Namen gelangen in die westliche Öffentlichkeit. So etwa Yousef Nadarkhani, der wegen Apostasie zum Tode verurteilt wurde. Seit vier Monaten sind Pastor Vahik und Sonia Abrahamian , sowie Arash und Arezoo Kermanjani im Gefängnis. Anlass zu grösster Besorgnis gibt der Gesundheitszustand von Sonja. Ähnliche Befürchtungen bestehen auch für Mojtaba Keshavarz und Shahin Rostami, welcher Diabetiker ist. Die beiden werden seit drei Monaten in Arac festgehalten.

Freigelassen wurden in Teheran Ladan Nouri, Nasrin Hosseini und Anahita Zare. Schabad, der Ehemann von Anahita, bleibt Informationen des AVC weiterhin im Gefängnis.

Der Generalgouverneur der Provinz Teheran, Morteza Tamadan, hat angekündigt, weitere Christen verhaften zu lassen, berichtete die Tageszeitung „Die Welt“. Die Verhaftungen erfolgten wegen des „verderblichen Einflusses“ der Christen. Unter „verderblichem Einfluss“ verstehen die iranischen Behörden die Verbreitung des christlichen Glaubens oder auch nur christliche Lebenspraxis. Bereits eine geöffnete Kirchentüre oder die Ankündigung Gottesdiensten gelten als Akte der Mission. Auch der Verkauf von Bibeln gilt bereits als Mission.  

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