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PID: Ethiker sind uneins
(09. März 2011/rh.) – Die Präimplantationsdiagnostik spaltet die Meinungen der Ethiker in Deutschland.
Der Deutsche Ethikrat gab seine Stellungnahme zur Präimplantationsdiagnostik heraus. Die Ethiker sind sich uneins in der Frage, ob die Präimplantationsdiagnostik (PID) zugelassen werden soll oder nicht. Eine klare Mehrheit für den Schutz von Embryonen gibt es nicht.
Die Präimplantationsdiagnostik umfasst genetische Untersuchungen an im Reagenzglas gezeugten Embryonen. Mit der PID sollen Erbkrankheiten und Auffälligkeiten der Chromosomen vor der Einpflanzung des Embryos in den Mutterleib erkannt werden. Danach wird entschieden, welcher Embryo leben darf und welcher sterben muss. Ist eine solche Entscheidung über lebenswert und lebensunwert ethisch verantwortbar?
Die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates umfasst über 100 Seiten. Daraus geht hervor, dass kein Ratsmitglied für eine generelle Freigabe der PID ist. Es gibt aber auch keine klare Mehrheit für ein gesetzliches Verbot. Drei Voten stehen im Raum, die sich nicht unerheblich voneinander unterscheiden.
a) begrenzte Zulassung einer Präimplantationsdiagnostik (13 Mitglieder) b) gesetzliches Verbot der PID (11 Mitglieder) c) Zulassung der PID mit einer verbindlichen Indikationsliste (1 Mitglied).
Die Befürworter der begrenzten Zulassung der PID halten die Methode für ethisch gerechtfertigt, wenn „ein hohes medizinisches Risiko vorliegt“.
Für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) tritt die Initiative "Stoppt PID" ein, die unter Schirmherrschaft des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, sowie des Bundesvorsitzenden der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V., Robert Antretter, steht und von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen unterstützt wird.
Seit der Einführung der Reagenzglasbefruchtung hinken die ethischen Richtlinien nur noch hinterher. Die Gespaltenheit des Ethikrates ist ein Abbild davon. Mit der Zeugung ausserhalb des weiblichen Körpers ist die Versuchung, ins Leben einzugreifen, zu gross geworden. Kinder sind nicht mehr Geschenke Gottes, sondern werden in der Hand des Menschen geformt. Dies tut er, indem Unerwünschtes seinem „Qualitätsmanagement“ zum Opfer fällt. Menschliche Selektionskriterien entscheiden über Wert und Unwert, Leben und Tod.
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