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Erdbeben: Ist Tokio in Gefahr?

(22. März 2011/fa.) - Das schlimme Beben vom 11. März in Japan hat die Erdoberfläche verändert und Druck an einer Verwerfung in der Nähe von Tokio aufgebaut.

Das verheerende Beben mit einer Stärke von 9.0 im Nordosten Japans hat die Wahrscheinlichkeit eines schweren Erdbebens für die Hauptstadt Tokio erhöht. Britische Geologen sagen, dass die Erschütterungen vom 11. März die Erdoberfläche verändert und Druck an einer Verwerfung in der Nähe der Metropole aufgebaut habe.

Verwerfungen wie jene unter Tokio entstehen dort, wo zwei Kontinentalplatten aufeinanderstossen, auseinandertreiben oder aneinander reiben.

Gemäss Roger Musson vom Britischen Geologischen Institut, sei in der Region Tokio zwar kein ähnlich starkes Beben zu erwarten. Aber aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte – in Tokio und Umgebung leben rund 39 Millionen Menschen – kann dort auch ein schwächeres Beben schon verheerende Folgen haben. „Schon eine Stärke von 7.5 wäre ernst“, sagt der Seismologe.

Das Erdbeben vom 11. März hat im Meer einen Graben von 380 Kilometern Länge und 190 Kilometern Breite aufgeworfen, und zwar als eine tektonische Platte sich neun Meter unter eine andere legte.

Es gibt ein Beispiel für eine solche Spannungsverschiebung. Rund drei Monate nach dem Beben und dem Tsunami 2004 vor Indonesien, bei dem etwa 240 000 Menschen starben, erfolgte ein Nachbeben der Stärke 8.6 etwas weiter entlang der Verwerfung. Auf den wenig bewohnten Nias- Inseln kamen damals rund 1000 Menschen um.

Ob das auch in Japan der Fall sein wird, ist nicht eindeutig zu sagen. Der Druckabbau muss nicht unbedingt vor Tokio erfolgen. Geologen beobachten nun die Verwerfung unter Tokio sehr genau.



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