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Seeigel sehen besser als gedacht
(14. Juni 2011/rh.) – Kalkskelett mit Lichtsinneszellen funktioniert als Komplexauge.
Seeigel sind nicht halbblind. Forscher der Universität Bonn und Forschungseinrichtungen in Italien, Norwegen und Schweden entdeckten in vermeintlich augenlosen Seeigeln spezialisierte Lichtsinneszellen. Sie ermöglichen den Tieren ein Richtungssehen.
Obwohl Lichtreaktionen bei den ausschliesslich im Meer vorkommenden, wirbellosen Seeigeln seit langem bekannt sind, konnten die verantwortlichen Rezeptoren und Mechanismen erst jetzt mittels einer Kombination aus Genexpressions-Studien und morphologischen Untersuchungen aufgeklärt werden. «Die Photorezeptoren des Purpurnen Seeigels (Strongylocentrotus purpuratus) sind nicht diffus über den ganzen Körper der Tiere verteilt, wie bislang vermutet, sondern in kleinen Einbuchtungen des runden Kalkskeletts konzentriert», sagt Esther Ullrich-Lüter (Universität Bonn). Seeigel nutzen das eigene Skelett zur gezielten Lichtabschirmung ihrer Photorezeptoren, die dadurch wie eine Art «laufendes Komplexauge» funktionieren.
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