|
Schweiz: Diskussion um Sexualkunde
(23. Juni 2011/fa.) - „Es soll kein Sexualkundeunterricht im Kindergarten eingeführt werden.“ Die Schweizerische Evangelische Allianz ist erfreut über die Klarstellung der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz zum Lehrplan 21. Das reicht nicht, meinen andere und sammeln Unterschriften für eine Petition.
Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) zeigt sich erfreut über die Klarstellung der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) in ihrer Medienmitteilung vom 16. Juni: Die primäre Verantwortung für die Sexualerziehung soll auch in Zukunft bei den Eltern liegen. Die Schule soll die Eltern dabei im Rahmen des Sexualkundeunterrichts, welcher in der Regel gegen Ende der Primarschulzeit beginne, alters- und stufengerecht unterstützen. Namentlich werde es im Kindergarten keinen Sexualkundeunterricht geben, so die Erziehungsdirektoren.
Die SEA sei sich bewusst, dass die begleitende Sexualerziehung und die damit verbundene Prävention im Bereich des sexuellen Missbrauchs an den Schulen Teil des Unterrichtsangebots ist. Dieses solle aber nicht an den Eltern vorbeigehen oder als obligatorisch erklärt werden. Auch dürfe ein solches Angebot „nicht von einzelnen Interessengruppen vereinnahmt oder von Ideologien geprägt werden, welche das Geschlecht nur als sozial konstruiert und deshalb beliebig veränderbar lehren wollen“ (Gender-Mainstreaming). Die SEA mahnt: „Die Schule darf keineswegs der Sexualisierung der Kinder Vorschub leisten und die natürlichen Entwicklungsprozesse beschleunigen oder vorwegnehmen.“
Hintergrund der Stellungnahme ist die landesweite Diskussion über ein Grundlagenpapier zur Sexualpädagogik und die geplante Eiführung des Sexualkundeunterrichts an den Grundstufen der Volksschule im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21.
Dagegen wehren sich die Nationalräte Ulrich Schlüer (SVP), Pius Segmüller (CVP), Andreas Brönnimann (EDU) und Werner Messmer (FDP). Sie wollen kein Sexualkunde-Obligatorium und starteten eine Petition «gegen die Sexualisierung der Volksschule“ mit fünf Forderungen:
1. Bildungsdirektoren haben wieder die volle Verantwortung für Entwicklung und Gestaltung des Sexualkunde- Unterrichts an der Volksschule zu übernehmen 2. Kein Obligatorium für Sexualkunde-Unterricht 3. Keine Anregungen für Sexspiele und Sexualpraktiken im Sexualkunde-Unterricht 4. Keine Pornographie im Sexualkunde-Unterricht 5. Keine Beeinflussung der sexuellen Orientierung im Sexualkunde-Unterricht
zurück
|
|
 |
© FACTUM ONLINE 2011 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit
Genehmigung der Redaktion. |
 |
|
|
|
|
|
 |
 |