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Attentat Norwegen: Akt der Selbstvergottung

(27. Juli 2011/tl.) – Für den Massenmord in Norwegen kann es keine Begründung geben. Noch nicht einmal eine falsche Begründung oder Herleitung der Tat ist vorstellbar. Ein Merkmal dieses Massenmordes ist die Abwesenheit von jeglicher Rationalität. Deshalb ist es auch abwegig, Politikern oder Journalisten vorzuwerfen, sie seien durch ihre Äusserungen geistige Wegbereiter des Verbrechens.

Der norwegische Mörder hat nicht getötet, weil er aufgehetzt wurde, sondern weil er es wollte. Er hat sich zwar islamfeindlich geäussert, aber warum sollte ein Feind des Islam den norwegischen Staat angreifen und norwegische Kinder und Jugendliche umbringen?

Der ehemalige Psychotherapeut, Delegierte des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) und heutige Journalist Eugen Sorg, der als Berichterstatter unter anderem in Afghanistan, Angola und Liberia gearbeitet hatte, sagte vor einiger Zeit in einem factum-Interview (factum 3/2011) über Terroristen und über Soldaten, die in Kriegen Massaker begehen: „Die Menschen berauschen sich nicht an Ideen, sondern sie benutzen Ideen, um ihren Rausch zu legitimieren“.

Das ist, was in Oslo und auf der norwegischen Insel geschehen ist. Der Mörder hat ein langes Schriftstück verfasst, eine wirre Sammlung von Zitaten und Erklärungen, um sein Verbrechen als politisch-revolutionären Akt zu verklären. Aber es ging ihm, ebenso wenig wie anderen Terroristen und Massenmördern, um ein politisches Anliegen. Es ging ihm einzig um das Erleben seiner Allmacht im Angesicht der Wehrlosen.

Eugen Sorg, der ein sehr bemerkenswertes Buch über „Die Lust am Bösen“ (Verlag Nagel & Kimche) geschrieben hat, sagt über die Tat eines Krankenpflegers, der Patienten ermordet oder die Tat von Jugendlichen, die Passanten totschlagen oder die Tat eines Selbstmordattentäters: „Es handelt sich (jeweils) um einen Akt der Selbstvergottung, um eine absolute Ego-Ekstase“.

Präziser kann man das Verbrechen des Norwegers kaum beschreiben. Hinter dem Bösen steckt, so Eugen Sorg im factum-Interview, „nichts anderes als die Entscheidung, Böses zu tun“. Das Böse, so Sorg, „ist das Extrem der Freiheit“.

Darin, dass sich der Täter in vollkommener Freiheit zu etwas vollkommen Bösem und etwas vollkommen Sinnlosen entschloss und dieses mit einer unheimlichen Gefühlskälte durchführte, zeigt sich die totale Gottlosigkeit des Täters, das Antigöttliche seiner Tat. Gott ist Logos, Sinn, Ordnung, „das Richtige“. Die Bibel bezeugt, dass Gott die Liebe ist und barmherzig. Der norwegische Terrorist verkörpert in allem das genaue Gegenteil, die totale Sinnlosigkeit, den absoluten Hass, Gnadenlosigkeit.

Er ist die Verkörperung des Bösen und war bei seiner Tat der Statthalter des „Fürsten dieser Welt“, von dem die Bibel spricht. Der Massenmörder hat der Menschheit gezeigt wie eine Welt aussieht, die nicht nach Gott fragt.

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