Krawalle in England: Christen helfen und beten
(11. August 2011/idea) – Als Reaktion auf die gewalttätigen Krawalle in England haben Kirchen zur Fürbitte und praktischer Hilfe für die Opfer aufgerufen. Im Londoner Stadtteil Tottenham, wo die Unruhen mit Zerstörungen, Brandstiftungen und Plünderungen am 6. August begannen, beteiligten sich am 8. August Christen, Juden und Muslime an einer „Mahnwache der Hoffnung“. Ähnliche Veranstaltungen fanden auch an anderen Orten Englands statt.
Auslöser für die Krawalle war der Tod des 29-jährigen dunkelhäutigen Mark Duggan, der in Tottenham von einer Polizeikugel getroffen worden sein soll. Um seine Angehörigen kümmert sich Pastor Valentin Dedji von der evangelisch-methodistischen Markus-Gemeinde in Tottenham. Nach seinen Worten sind die Zerstörungen in dem Stadtteil „horrend“. Die Ausschreitungen weiteten sich inzwischen auf andere Grossstädte in Süd-, Mittel- und Nordengland aus wie Birmingham, Manchester, Liverpool, Nottingham und Bristol.
Sozial benachteiligte Jugendliche und kriminelle Banden randalieren nachts auf den Straßen, setzen Autos und Häuser und Brand und plündern Läden. Sie sollen auch einen 26-Jährigen aus dem Londoner Stadtteil Croydon erschossen haben. In Birmingham wurden drei Männer, die nach Krawallen aufräumen wollten, von einem Auto angefahren und tödlich verletzt. Der britische Premierminister David Cameron hat zusätzlich 16.000 Polizisten in die Hauptstadt beordert. Um die Gewalt bei der Wurzel zu packen, brauche man längerfristig einen „deutlicheren Wertekanon“, sagte der konservative Politiker. Auch andere Politiker von Regierung und Opposition mahnten zum sozialen Frieden.
Dazu riefen auch zahlreiche Kirchenleiter auf. Der für Tottenham zuständige anglikanische Bischof Peter Wheatley erklärte, es dürfe den Randalierern nicht gelingen, das bisher grossherzige und liebevolle Zusammenleben in der Stadt zu zerstören.
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