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Israel: Arabisches Chaos ist grosse Herausforderung
(22. August 2011/fa.) – Die brutalen Terrorangriffe auf Israel zeigen, in welch schwerer Herausforderung sich Israel befindet. Der Umbruch in der arabischen Welt birgt für den jüdischen Staat viele Risiken.
Der israelische Journalist Yigal Walt erinnerte in einer Analyse der Ereignisse daran, dass die blutige Anschlagsserie im Süden Israels bereits das zweite Ereignis innerhalb weniger Monate ist, bei dem Israels Grenzen ohne grosse Probleme durchbrochen wurden. Beim ersten Mal hatten Menschenmassen die syrisch-israelische Grenze überquert.
Dieses Mal sind die Konsequenzen weitaus schwerwiegender. Acht Menschen wurden ermordet, mehr als 50 verletzt. Yigal Walt beschreibt die Folgen der Durchlässigkeit der Grenzen strategisch betrachtet als „verheerend“. Im Süden sei die ungeschützte Grenze für Menschenschmuggel, Drogenhandel, illegale Einwanderung und terroristische Unterwanderung genutzt worden. Das Grenzproblem könnte bald noch weitere Probleme aufwerfen, denke man etwa an potentielle Massenmärsche der Palästinenser auf Israel im Rahmen des Antrags der Palästinensischen Autonomiebehörde bei den UN im September.
Yigal Walt erinnerte an Ehud Barak, der in der Vergangenheit Israel oft mit einer „Villa im Dschungel“ verglichen hatte, die in einem Meer von Brutalität und Feindseligkeit um ihr Überleben kämpft. Diese Beobachtung scheine derzeit, so Walt, da der Nahe Osten in einem unberechenbaren Chaos versinke, zutreffender denn je.
Israel muss derzeit lernen, dass Geschehnisse und regionale Entwicklungen, die nichts mit Israel zu tun haben, trotzdem zu Aggressionen an den Grenzen zu Israel führen können. So hat in Syrien Präsident Al-Assad mit seinen Grundsätzen gebrochen und Massen von palästinensischen Flüchtlingen die Reise in die Grenzregion zu Israel genehmigt, da er die Aufmerksamkeit von den Grausamkeiten ablenken wollte, die er zur gleichen Zeit an seiner eigenen Bevölkerung verübt hat.
Ähnlich haben wohl auch die Anschläge im Süden des Landes eine Verbindung zu den wachsenden Spannungen auf der Halbinsel Sinai und den Kämpfen zwischen Terrororganisationen und der ägyptischen Führung.
Der Nahost-Experte Guy Bechor hatte erklärt, dass lokale Beduinenstämme mit Dschihadisten im Kampf gegen ägyptische Truppen zusammenarbeiten. Diese dschihadistischen Vereinigungen haben viele Gemeinsamkeiten mit den Terroristen im Gaza-Streifen, was für eine gefährliche, explosive Mischung sorgt.
In der Tat ist der Sinai zurzeit wohl eine der weltweit gefährlichsten Regionen, warnt Bechor. Yigal Walt weist auch auf die gefährliche Grenzregion zum Libanon hin, auch hier kann die Situation jederzeit eskalieren. Eine solche Eskalation könnte beispielsweise vom Iran herbeigeführt werden, in einem Versuch, die Aufmerksamkeit von seinem Atomprogramm abzulenken, oder auch von der Hisbollah angesichts des Hariri-Prozesses, bei dem Mitglieder der Organisation beschuldigt werden, hinter der Ermordung des ehemaligen Ministerpräsidenten zu stecken.
Walt resümiert: Wir stehen einem Nahen Osten gegenüber, der grausamer und gefährlicher ist, als je zuvor. So wie die Regierung auch angesichts der palästinensischen Morde und Angriffe im letzten Jahrzehnt grosse, effektive Zäune um unser Land gebaut hat, so muss sie auch jetzt wieder ein grosses nationales Projekt für die Verbesserung der Grenzanlagen ins Leben rufen. Man dürfe die Realität vor Ort nicht ignorieren. Wenn Israel bei der Verteidigung der Villa versagt, so Yigal Walt, „dann finden wir uns äusserst verletzbar im arabischen Dschungel wieder“.
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