Sexualkundestreit: Post stoppt Infobroschüre
(27. September 2011/rh.) - Für die Post sind die Aufklärungsbilder, die der Materialkoffer für den Sexualunterricht an Basler Schulen ab der Kindergartenstufe enthält, pornografisch. Sie stoppt den Versand einer Infoschrift mit Petition, die Auszüge aus diesen Lehrmitteln zeigt und davor warnen möchte.
Seit Wochen wird heftig über den neuen Stil und die Ausdehnung des Sexualunterrichts bis in den Kindergarten diskutiert. Vorreiter in dieser Sache ist der Kanton Basel. Ein Koffer mit neu konzipiertem Aufklärungsmaterial enthält Holzpenis, Plüschvagina und Aufklärungsbücher.
Gegen diese Art der offensiven Aufklärung schon in den untersten Schulstufen Koffer wehren sich immer mehr Schweizer Bürger. Politiker starteten eine Unterschriftensammlung. Dazu verwenden sie auch Informations-Broschüre, die Einblick gibt in die Basler Lehrmittel.
Ein Bild aus einem Aufklärungsbüchlein für den Kindergarten zeigt eine nackte Frau, die ihrem ebenfalls nackten Partner ein Kondom überstülpt. Diese pornografische Szene geht jetzt auch der Post zu weit. Sie weigert sich, die Petitionsbroschüre flächendeckend zu verbreiten.
«Bilder mit primären Geschlechtsorganen gelten als pornografisch. Die Verbreitung von solchen Inhalten wurde von der Post gestoppt», so die Begründung von Sprecher Mariano Masserini gegenüber „20Minuten“.
Die Reaktion der Post bestätigt die Haltung der Petitionäre. Bilder, die Vierjährigen in der Schule gezeigt werden, will die Post nicht eimal an Erwachsene verteilen! Im Grunde tritt der Auslieferungs-Stopp aber die Falschen. Gestoppt werden sollte nicht die Infobroschüre der Aufklärungsgegner, sondern der Aufklärungskoffer.
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