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Ägypten: Exodus der koptischen Christen
(29. September 2011/fa.) – Der „ägyptische Frühling“ trägt für die Christen des Landes nur schwarze Blüten. Die koptischen Christen, seit vielen Jahrhunderten ein fester Bestandteil der ägyptischen Gesellschaft, verlassen zu Tausenden das Land.
Seit dem Sturz des Regimes von Präsident Hosni Mubarak im März dieses Jahres haben bereits mehr als 100.000 koptische Christen das Land verlassen. Diese Zahl basiert auf Erhebungen der „Egyptian Union for Human Rights“.
Der Exodus hält unvermindert an. Nagib Gabriel, der Leiter dieser Menschenrechtsorganisation, geht davon aus, dass es bis zum Jahresende 250 000 Christen sein könnten, die das Land am Nil verlassen haben. Die koptischen Christen Ägyptens fliehen vor der Gewalt radikaler Muslime.
Von der ägyptischen Regierung werden sie nicht ausreichend geschützt. Es sind vor allem Salafisten, eine radikale Gruppierung innerhalb des Islams, die den Kopten zusetzen. Die Salafisten gehen gewalttätig gegen Christen vor.
Die Kopten, die jetzt das Land verlassen, um in einem freien Land Schutz und bessere Lebensbedingungen zu finden, sind vielfach Angehörige der jungen Wirtschaftselite. Das Haupteinwanderungsland der fliehenden Kopten sind die Vereinigten Staaten von Amerika.
Allein in Kalifornien haben sich nach Angaben der „Egyptian Union for Human Rights“ bereits 16000 Kopten niedergelassen. 10000 siedeln inzwischen in New Jersey, 8000 in New York. Nach Australien sind 14000 Kopten geflohen.
20000 koptische Christen sind in Europa inzwischen aus Ägypten eingereist. Der Generalbischof der koptischen Kirche in Deutschland, Bischof Anba Damian, warnt eindringlich vor dem wachsenden Einfluss von Muslimen in Deutschland als Folge der demographischen Entwicklung. Wenn diese Entwicklung nicht ernst genommen werde, könne es eines Tages auch hier eine Situation geben, wie sie heute in Ägypten herrscht.
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