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Vorsicht mit überhöhter Ladung
(18. November 2011/rh) – Die Leistung der Blattschneiderameisen verblüfft aufs Neue.
Forscher um Audrey Dussutour beobachteten, in welch kurzer Zeit Blattschneiderameisen mit veränderten äusseren Begebenheiten umgehen können. Und zwar veränderten die Wissenschaftler die lichte Höhe des Transportwegs hin zu ihrem Nest auf einen Zentimeter. Ergebnis: Schon nach kurzer Zeit schnitten die Ameisen kleinere und rundere Blatteile. Aber nicht allein das. Um die kleinere Blattmenge pro Transportameise auszugleichen, schickten sie nicht etwa zusätzliche Tiere nach draussen. Nein, es kehrten mehr Ameisen beladen zurück. Damit vermochten sie die Menge an transportiertem Blattmaterial mehr als auszugleichen. Der Blättervorrat wuchs höher als vor der aufgezwungenen Verengung. Die Tiere reagierten also auf zwei Ebenen: Sie schnitten kleinere Stücke und unterstützten zusätzlich den Transport.
Niko Winkler fragt im «Studium Integrale Journal»: «Woher wissen die Ameisen, dass sie kleinere Blattstücke schneiden müssen, um den Tunnel passieren zu können?» Er vermutet zwei Möglichkeiten. «Entweder können Ameisen, die nach draussen laufen, bereits beim Durchqueren des Tunnels dessen lichte Höhe abschätzen (solch ein Verhalten konnte bei Blattschneiderbienen beobachtet werden), oder sie gehen nach Versuch und Irrtum vor, d. h. sie merken sich nach einiger Zeit, mit welcher Blattgrösse sie zurücklaufen können und mit welcher nicht.» Ameisenforscher Dussutour meinte dazu in einem Interview lakonisch: «Das Ergebnis legt nahe, dass die Tiere viel klüger sind, als wir dachten.»
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