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Das Dilemma mit der Moral
Wenn das Bewusstsein des Menschen nicht mehr ist als eine Folge biochemischer Prozesse, dann gibt es keine verbindlichen Werte. Das evolutive Weltbild führt in eine ethische Sackgasse.
(1. August 2012/mh.) Der Neue Atheismus versucht den Glauben an Gott abzuschaffen und durch eine evolutionistische Weltsicht zu ersetzen. Die Folgen für die Ethik werden allerdings nicht in dem Masse thematisiert wie die Theorie selbst. So bleiben zwei wichtige Fragen in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert: Wie sollen ethische Normen und Werte ohne den Glauben an eine höhere, wertgebende Instanz begründet oder bewahrt werden? Und wie kann ein Mensch, der keinen Geist habe, sondern nur Materie sei, für sein Handeln verantwortlich sein?
Die Antwort auf die erste Frage lautet aus atheistischer Sicht oft, dass dies von ganz alleine geschehe, denn Atheisten wie Theisten wiesen ähnliche Moralvorstellungen auf. Ein Gottesglaube sei also nicht zwingend, um ein Moralempfinden hervorzubringen.
Zwar steht die biblische Lehre selbst im Einklang mit dieser Beobachtung, denn sie sagt, dass einem Menschen Gottes Gesetz ins Herz geschrieben wurde und sein Gewissen ihm zur Unterscheidung von Richtig und Falsch dient – ob dieser Mensch an Gott glaubt oder nicht. Problematisch ist aber, dass Gott als Schöpfer von Welt und Menschen und Geber einer verbindlichen Moral innerhalb der Evolutionstheorie nicht existiert. Moral kann entsprechend des evolutionistischen Weltbilds nicht von oben (von Gott) nach unten (zu den Menschen) begründet werden. Stattdessen muss sie logisch von unten (aus der Natur) nach oben (zur Verbindlichkeit) hergeleitet werden. Die Schwierigkeit besteht also nicht darin, eine Moralvorstellung zu entwickeln, sondern zu erklären, weshalb sie verbindlich sein soll. Was nützt eine Moral, an die sich keiner halten soll?
Auch die evolutionistische Sicht auf den Menschen und seinen Geist ist mit einer verbindlichen Moral nicht zusammenzubringen. Eine zwangsläufige Folge der Evolutionstheorie ist nämlich die Vorstellung, dass der Mensch ein Produkt aus Materie sei, das allein durch einen langen Prozess von Zufallsmutationen und Selektion entstanden sei ...
... lesen Sie den ganzen Bericht in factum 05/2012.
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