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Kauder: Einseitiger Krippenförderung widersprechen

Gegen eine Verunglimpfung von Familien, die ihre kleinen Kinder zu Hause erziehen, hat sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, gewandt.

(06. August 2012/idea) - In einem Vortrag während der 117. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg kritisierte Volker Kauder, dass in der Öffentlichkeit hauptsächlich die Betreuung in Kindertagesstätten und –krippen als das einzig richtige Modell dargestellt werde. Es sei nicht hinnehmbar, dass das geplante Betreuungsgeld für Frauen, die um ihrer Kinder willen auf die Ausübung eines Berufs verzichten, als Herdprämie verspottet werde. „Dagegen müssen wir uns wehren“, sagte Kauder. Seiner Ansicht nach sollte von den Kirchen mehr Widerspruch gegen eine einseitige Förderung von außerfamiliärer Erziehung kommen.

Kritik übte der Politiker an Niedriglöhnen, die nicht zur Finanzierung des Lebensunterhalts ausreichten, an unbefristeter Leiharbeit und an Unternehmern, die Berufsanfängern nur befristete Arbeitsverträge anbieten. Diese Gepflogenheiten verstiessen gegen das christliche Menschenbild, für das die von Gott gegebene Würde des Menschen massgeblich sei. Allerdings liessen sich christliche Überzeugungen in der Politik nur durchsetzen, wenn sich Christen in der Politik engagierten. Es reiche nicht, dass Christen in Gottesdiensten und bei anderen Zusammenkünften ihre Vorstellungen äusserten. Notwendig sei, sich in der Öffentlichkeit zum christlichen Glauben zu bekennen und in die Gesellschaft hineinwirken zu wollen.

Kauder äusserte sich auch zur bevorstehenden Markteinführung des umstrittenen Praena-Tests, mit dem Schwangere frühzeitig erkennen können, ob ihr Kind am Down-Syndrom (Trisomie 21) erkrankt ist. Lebensschutzorganisationen und Behindertenvertreter wollten die Zulassung des Medizinprodukts verhindern, weil sie befürchten, dass ein positives Testergebnis dazu führe, dass Kinder mit Down-Syndrom in der Regel abgetrieben werden. Dazu sagte Kauder, dass man niemandem eine frühzeitige Diagnose verweigern dürfe. Werde ein genetischer Defekt erst spät entdeckt, sei auch noch im achten Schwangerschaftsmonat eine straffreie Abtreibung möglich, obwohl der Embryo dann lebensfähig sei. „Das Problem ist nicht die Diagnose, sondern die abnehmende Bereitschaft, behinderte Kinder als Gabe Gottes anzunehmen“, erklärte Kauder.

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