|
Iran: Pastor nach 577 Tagen aus der Haft entlassen
Der
iranische Pastor Noorollah Ghabitizadeh ist nach 577 Tagen aus der Haft
entlassen worden. Das hat die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
(IGFM) in Frankfurt am Main mitgeteilt.
(09. August 2012/idea.) - Laut IGFM schwebt der 1965 geborene
Pastor weiterhin in Lebensgefahr, da er an seinem christlichen Glauben
festhalte. Er bleibe täglich von neuerlicher Festnahme bedroht.
Der
Leiter einer Hauskirche war am 24. Dezember 2010 bei einer Polizeirazzia gegen
Christen verhaftet worden. Grund dafür war sein Wechsel vom Islam zum
Christentum. Dieser Schritt kann im Iran mit dem Tode bestraft werden.
„Die
Gründe seiner Freilassung und damit verbundene Auflagen sind bisher nicht
geklärt, aber man kann davon ausgehen, dass internationale Kampagnen, wie die
zur Rettung von Pastor Youcef Nadarkhani, dazu beigetragen haben“, so der Vorstandssprecher
der IGFM, Martin Lessenthin.
Pastor
Youcef Nadarkhani – früherer Leiter einer Untergrundgemeinde – wurde wegen
„Abfalls vom Islam“ und „Verbreitung nicht-islamischer Lehren“ zum Tode
verurteilt und sitzt in einem Gefängnis in Rascht ein.
Der
CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein hatte sich als „politischer Pate“ der
IGFM für Ghabitizadeh eingesetzt. Der Parlamentarier sagte über den
Geistlichen: „Für das, was er in den letzten Monaten erleben musste, gebührt Herrn
Ghabitizadeh unser Beistand und unsere Anerkennung.“ Klein wollte nach eigenen
Angaben mit der Übernahme der Patenschaft ein Zeichen für die Menschenrechte
setzen: „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die Religionsfreiheit zu
verteidigen und verfolgte Christen zu schützen. Dass unsere Bemühungen
erfolgreich waren, erfreut mich wirklich sehr.“
Insgesamt
unterstützen mehr als 70 Politiker das Patenschaftsprogramm der IGFM. Nach
ihren Angaben hat sich im Iran die Situation für Christen nach der umstrittenen
Wiederwahl des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad 2009 dramatisch verschärft. Da
es Christen nur unter strengen Auflagen gestattet ist, ihren Glauben auszuüben,
haben sich Hausgemeinden gebildet, die ihre Gottesdienste und Bibelkreise im
Untergrund abhalten.
Von
den 74,2 Millionen Einwohnern des Iran sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der
Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es
bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.
zurück
|
|
 |
© FACTUM ONLINE 2011 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit
Genehmigung der Redaktion. |
 |
|
|
|
|
|
 |
 |