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Weltbevölkerung altert rasant

Die Zahl der über 60-Jährigen Menschen weltweit wächst rasant. Lag ihre Zahl 1950 noch bei 200 Millionen, wird sie bis 2050 auf etwa zwei Milliarden ansteigen. Damit rechnet der Geschäftsführer der Hilfsorganisation „HelpAge Deutschland“, Michael Bünte.

(10. August 2012/idea.) - „HelpAge Deutschland“ setzt sich für die Rechte alter Menschen in den Entwicklungsländern ein und fördert Hilfsprojekte. Wie Bünte im Magazin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (Bonn) schreibt, werde es Mitte des Jahrhunderts erstmals in der Menschheitsgeschichte mehr über 60-Jährige als unter 15-Jährige geben. Dabei verlaufe die Alterung der Bevölkerung in den ärmeren Ländern wesentlich rasanter als in den Industrienationen. 2050 würden 80 Prozent der Senioren in den ärmeren Weltregionen leben.

Für die grosse Mehrheit der heute etwa 740 Millionen Menschen über 60 Jahre in den Entwicklungsländern bedeute bedeute „alt sein gleich arm sein“. Nur eine Minderheit verfüge über eine soziale Grundsicherung in Form von Renten oder Krankenversicherung. 100 Millionen Alte hätten täglich weniger als einen US-Dollar (etwa 82 Cent) zur Verfügung.

Trotz Armut vollbrächten Senioren in den Entwicklungsländern „grossartige Leistungen“ für die Gesellschaft. Bünte: „Ohne sie wären viele Gemeinschaften längst zusammengebrochen.“ In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara werde mehr als die Hälfte der Aids-Waisen von den Grosseltern – überwiegend den Grossmüttern – aufgenommen. 30 Prozent aller Haushalte würden von ihnen gemanagt. Bünte bezeichnet die afrikanischen Grossmütter als „stille Heldinnen“.

Nach seinen Worten würden alte Menschen trotzdem in den Gesundheitseinrichtungen allein aufgrund ihres Alters benachteiligt. Es fehlten Mittel für die Behandlung alterstypischer chronischer Erkrankungen und entsprechendes qualifiziertes Personal. Laut Bünte leben zwei Drittel aller Demenzkranken in den Entwicklungsländern. Dies sei „ein bisher vollkommen vernachlässigtes Problem“.

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