Am liebsten zu Hause sterben
Zwei Drittel der Deutschen wollen zuhause sterben. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes ergeben. 18 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre letzten Tage in einer Einrichtung zur Betreuung Schwerstkranker und Sterbender verbringen wollen.
(21. August 2012/idea) – Die Studie des Verbandes wurde gestern in Berlin vorgestellt. Die Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH (Mannheim) befragte telefonisch 1.044 Deutsche ab 18 Jahren.
„Die Ergebnisse unserer Bevölkerungsumfrage zeigen, dass sich die Menschen eine intensivere Auseinandersetzung mit Sterben und Tod wünschen. Beides ist kein Tabu mehr“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Birgit Weihrauch.
39 Prozent der Befragten bekannten, dass Sterben und Tod in ihrem persönlichen Umfeld eine grosse bis sehr grosse Rolle spielten. Erfahrungen mit dem Sterben eines nahestehenden Menschen haben 83 Prozent gemacht. Über die Hälfte der Befragten macht sich nach eigenen Angaben häufig bzw. ab und zu Gedanken über das Sterben. Bei den 18- bis 29-Jährigen sagen dies 48 Prozent.
Die Mehrheit der Bürger (58 Prozent) empfindet die Auseinandersetzung mit dem Thema in der Gesellschaft als nicht ausreichend. 72 Prozent schätzen die Schmerztherapie eines ihnen nahe stehenden Schwerkranken zu Hause als gut ein. Demgegenüber hat nur jeder Zweite die Schmerztherapie im Krankenhaus bei anderen als gut wahrgenommen. 89 Prozent der Befragten haben den Begriff „Hospiz“ schon einmal gehört und 66 Prozent konnten ihn richtig einordnen.
Der 1992 gegründete Deutsche Hospiz- und PalliativVerband umfasst über 1.000 Hospizvereine und Palliativ-Einrichtungen. Dort engagieren sich rund 80.000 Bürger ehrenamtlich. Der Verband vertritt die Interessen Schwerstkranker und Sterbender gegenüber Politik und Gesundheitswesen.
zurück
|