Kein Applaus für "Sakrileg"-Verfilmung
(17. Mai 2006/rh.) - Ron Howards Bestseller-Verfilmung «The Da Vinci Code»: Im komplexen Durcheinander um Codes, Anagramme und Geheimorden geht der Angriff auf das Christentum regelrecht unter.
Der berühmte Symbol-Forscher Robert Langdon (Tom Hanks) wird ins Louvre-Museum bestellt. In der Nacht ist dort der Kurator ermordet worden. Seine Leiche ist ein grausiger Hinweis in einer Kette verschlüsselter Nachrichten.
Mit Hilfe der Polizei-Kryptologin Sophie Neveu (Audrey Tautou) und unter Einsatz seines Lebens decodiert Langdon eine Reihe versteckter Geheimnisse in Gemälden von Leonardo Da Vinci. Sie führen alle zur Geheimgesellschaft der Prieuré de Sion, die seit 2000 Jahren ein Geheimnis verstecken.
Aber — welche Information kann so brisant sein, dass man sie auf Tod und Leben verteidigen muss? Es sei, so schreibt es Dan Brown, die grösste Verschleierungsaktion in der Geschichte der Menschheit. Es gehe um die Jagd nach dem «heiligen Gral», einem angeblich von katholischen Organisationen unter Verschluss gehaltenen Geheimwissen. Würde dieses Wissen öffentlich, dann würde dem Christentum der Boden entzogen.
Wäre Browns fantastisches Konstrukt beweisbar, würde es tatsächlich das Herz des Christentums zerstören: Jesus Christus wäre nicht auferstanden, sondern ein gewöhnlicher Mensch und unfähig, für die Schuld der Menschen stellvertretend zu sterben. Dann wäre er nicht die Türe und der Weg zurück in die Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater.
Browns Verschwörungstheorie schwimmt auf dem oberflächlichen, doch religiös offenen Geist der Postmoderne und ist eine antichristliche Speerspitze. Das haben christliche Beobachter schon früh erkannt. (FACTUM berichtete schon vor einem Jahr ausführlich.)
«The Da Vinci Code» schürt Fragen: War Jesus nur ganz Mensch? Beherrscht ein Geheimorden die Welt? Verheimlicht der Vatikan wesentliche Informationen? Ist die Bibel eine Zusammenstellung von Kaiser Konstantin? Zeugte Jesus zusammen mit Maria Magdalena ein Kind? Darauf gibt es längst fundierte Antworten. Es ist Dan Browns Verdienst, dass diese Quellen neues Interesse erhalten. Jetzt ist — gelassen vorgetragene —Aufklärung angebracht.
Kurz vor dem Filmstart stellte Hauptdarsteller Tom Hanks klar: «Wenn man einen Film - und noch dazu eine Hundert-Millionen-Dollar Produktion - für bare Münze nimmt, macht man einen grossen Fehler.» Genau. Die Geschichte ist ein überdrehtes Verwirrspiel, ein konfus machendes Labyrinth, das sich vor lauter Verschwörungen und Geheimnissen selbst schachmatt setzt.
Bei ersten Visionierungen für Filmjournalisten war die Reaktion immer die Gleiche: "Wozu die ganze Aufregung für so etwas?"
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