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Umfrage: Jeder Vierte ist für Biologie mit Bibel

(15. November 2006/rh.) - Eine vom "Spiegel" in Auftrag gegebene Umfrage, zeigt dass eine grosse Minderheit im Biounterricht neben der Evolutionstheorie auch den biblischen Schöpfungsbericht zur  Ursprungsfrage behandeln will.

Vermutlich hatten die Auftraggeber ein viel klareres Ergebnis ihrer Umfrage erwartet. Im Auftrag des "Spiegels" stellte Infratest 1000 Deutschen folgende Frage: "Sollte die biblische Schöpfungsgeschichte wie bisher im Religionsunterrichter gelehrt oder gleichberechtigt neben der Evolutionstheorie im Biologieunterricht behandelt werden?"

Das Resultat: 70 Prozent wollen den Schöpfungsbericht nur im Religionsunterricht haben. Aber immerhin 25 Prozent wünschen sich, neben der Evolution alternativ auch Schöpfung im Biologieunterricht betrachten zu dürfen. 5 Prozent hatten keine Meinung.

Die Situation ist durch Polemik in Medien und Politik blockiert. Es ist Zeit, dass endlich wieder Sachlichkeit in die Diskussion zurückkehrt.

Die Evolutionstheorie wird von der überwältigenden Mehrheit der Biologen befürwortet; deshalb gehört sie in den Biologieunterricht der öffentlichen Schulen. Was jedoch in der Schule auch dazu gehörte, das wäre das Aufzeigen von Befunden, die der Evolutionstheorie widersprechen. Und vor allem: In der Ursprungsfrage sollte das Evolutionsmodell nicht als das einzig mögliche – und damit als die Wahrheit – hingestellt werden.
Die naturwissenschaftliche Forschung hat Grenzen, die transparent gemacht werden müssen, ohne sie mit einer naturalistischen Philosophie zu deuten. Genauso sollen rein theologische Aspekte in der Schöpfungslehre als solche gesondert betrachtet und in erster Linie im Religionsunterricht behandelt werden. Um diese Unterscheidungen und Grenzüberschreitungen zu erkennen, gehört Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie unbedingt in den Biologieunterricht.

Desgleichen haben aus der Schöpfungslehre abgeleitete und wissenschaftlich überprüfbare Teilaussagen berechtigten Platz im Biounterricht und sollten diskutiert werden. Das es so zu fächerübergreifenden Diskussionen kommt, ist eine logische und begrüssenswerte Folge.

Quelle: Spiegel 45/2006



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