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Vampir-Song ist verantwortungslos

(07. März 2007/rh.) - Die Schweizerische Evangelische Allianz protestiert gegen den DJ BoBo-Song "Vampires are Alive", den Schweizer Beitrag am Eurovision Song Contest. Die Kritik erfährt heftige Reaktionen.

„Verkauf deine Seele, vom Himmel zur Hölle, geniesse die Fahrt. Du bist hier, um mit deinem Leben zu kapitulieren.“ Die SEA sieht im Text des Liedes, das DJ BoBo am Eurovision Song Contest in Helsinki singen will, nicht nur eine düstere Botschaft der Schweiz, sondern eine Gefahr für suizidgefährdete Jugendliche. Sie intervenierte mit Briefen bei der Fernsehdirektion, DJ BoBo und beim Bundesrat. 

Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) bittet die Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre und die Jury, auf ihren Entscheid zurückzukommen – „Dem Schwachen zu liebe“, wie es im Brief heisst. Die Schweiz habe mehr verdient, als mit dem pseudo-religiösen Song „Vampires Are Alive“ am Eurovision Song Contest vertreten zu sein, der zu destruktiven Verhalten anleite. Bei allem Verständnis für die künstlerische Freiheit des Musikers, den Druck des Medienmarktes und die ausgefallenen Erwartungen des Publikums müsse hier die Frage gestellt werden: „Gewinnen um jeden Preis? Auch auf die Gefahr hin, dass psychisch labile Menschen BoBo’s Botschaft ernstnehmen und ihrem Leben ein Ende setzen? Oder mit dem kalkulierten Risiko, dass Menschen in okkulten Praktiken ihr (Un-)Glück suchen?“, so die SEA.

Der gleiche Brief ging auch an Bundesrat Pascal Couchepin, welcher dem Bundesamt für Gesundheit vorsteht. Darin wird an den Bericht des Bundrates zu Suizid und Suizidprävention vom letzten Jahr erinnert. Da die Schweiz eine der höchsten Selbstmordraten der Welt ausweise, insbesondere unter Jugendlichen, müsse die Prävention verstärkt werden, forderte damals der Bundesrat. Der Vampir-Song von DJ BoBo ermutige die Hörer hingegen, ihre Seele zu verkaufen und das Leben aufzugeben. Für seelisch angeschlagene Jugendliche und Menschen in schwierigen Lebensumständen könne dieser Text ernsthafte Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand haben. Die SEA fragt den Vorsteher des EDI, wie er zu diesem Entscheid des Fernsehens stehe.

In einem E-Mail fragt die SEA DJ BoBo an, den Text seines Songs nochmals zu prüfen. Er selbst habe sich in seinen früheren Songs immer wieder für Grundwerte stark gemacht, für Liebe, Frieden und Freiheit, was unsere Welt heute nötig habe und der Schweiz besser anstehen würde. Im Lied „Pray“ habe er dazu aufgefordert, für die Gebote einzustehen und zu beten. Dies lasse sich schwer mit dem jetzigen Aufruf im Vampir-Song verbinden, mit dem Leben zu kapitulieren. Für die SEA ist der Text angesichts der hohen Suizidrate der Schweiz verantwortungslos.

Das Online-Portal des Boulevard-Blattes "Blick" setzte die SEA-Kritik an DJ BoBo an prominente Stelle. Leserinnen und Leser können dazu ihre Meinung äussern. Dabei kommt die SEA hart unter Beschuss.

Hier einige Auszüge aus den teils heftigen Stellungnahmen: "... Wer sich gestört fühlt, soll doch einfach weghören! Und nur so nebenbei: In der Kirche ist auch nicht alles sooooo seelig und heillig, aber das ist eine andere Sache! ... die SEA lebt halt wirklich noch hinter dem Mond ... Das ist einer der vielen Gründe, weshalb ich mich von der Religion, v.a. vom Christentum, abgewandt habe: Diese unglaubliche Intoleranz, alles was nicht in den Konsens der Kirche passt, ist schlecht und gehört verboten ... SEA = Scheinheilige Evangelische Allianz, nur noch peinlich und dumm. Nur gut, dass solche heuchlerischen, selbstgerechten und arroganten Predigerclubs in unserem Land kaum beachtet werden... Haben diese unterbeschäftigten SEA-Leute nichts Besseres zu tun?"

Doch es kommen auch unterstützende Stimmen: "...Dass wir unser Landesimage nun noch nach Vampiren richten, ist wirklich widerlich. Wollen wir Europa wirklich auffordern, die Seele der Hölle zu verkaufen? ... . Letztes mal der Lordi und nun das. Dahinter stecken finstere, dämonische Mächte ... Ich finde die SEA hat recht! So ein Text ist voll daneben!"



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