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DJ Bobo-Fans starten Gegen-Petition

(28. März 2007/rh.) – Gegen 50000 Schweizerinnen und Schweizer unterschrieben die Petition gegen den DJ-Bobo-Song „Vampires are Alive“. Jetzt startet ein Fan des Sängers eine Gegenaktion. Sie dürfte gute Chancen haben, denn das Lied ist in der Schweizer Hitparade ganz vorne.

Innerhalb von knapp zwei Wochen unterzeichneten über 49000 Schweizer die Petition gegen das Lied "Vampires are Alive" (Vampire sind lebendig) von DJ BoBo alias René Baumann. Er will mit diesem Song die Schweiz am Eurovison Song Contest vertreten.

Der Text des englischsprachigen Liedes hat die Gemüter nicht nur von Christen erregt. DJ BoBo singt darin: "Ich bin ein Vampir, ich bin ein Sklave, ein Sklave des Tageslichts, deshalb ist mein Grab in der Dunkelheit, bei den Schatten. Hier bin ich… Wie ein nie endender Albtraum, lass mich deine Welt verändern. Vampire sind lebendig, die Legenden müssen überleben... Befrei' deinen Geist nach Mitternacht, verkauf deine Seele, geniess' die Fahrt vom Himmel zur Hölle. Du bist hier, um Dein Leben aufzugeben, wertvolles Opfer, mein Begehren, ewiges Leben." - Der Sänger selbst bezeichnete die Kritik an seinem Lied als absurd.

Der Präsident der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) und Mit-Initiator der Protestaktion, Hans Moser, sagte bei der Einreichung der Unterschriften gegenüber den Medienvertretern: „Mit Satanismus und Okkultismus ist nicht zu spassen. Wir bedauern, dass DJ BoBo mit einem satanisch inspirierten Song auf die von der finnischen Band Lordi lancierten 'Erfolgswelle' aufspringen will. Wir sind über die destruktive Tendenz dieses Songs entsetzt. Wir sind klar der Meinung, dass gerade auch unsere Jugend eine bessere Botschaft verdient hat!"

Die Bittschrift ruft den Bundesrat auf, Massnahmen zur Absetzung des Songs zu prüfen. Die Initiatoren berufen sich dabei auf Artikel 72 Absatz 2 der Bundesverfassung. Dort heisst es: "Bund und Kantone können im Rahmen ihrer Zuständigkeit Massnahmen treffen zur Wahrung des öffentlichen Friedens zwischen den Angehörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften."

Mitinitiator und Nationalrat Christian Waber betonte, dass ein Songtext nie wertneutral sein könne. "Die Botschaft – vor allem der Aufruf mit okkultem Hintergrund – hat eine negative Wirkung. Der Aufruf, seine Seele zu verkaufen, kann nicht leichtfertig hingenommen werden."

Ob die Unterschriftensammlung ihr Ziel erreicht, ist eher unwahrscheinlich. Die Medien werfen der EDU Wahlkampfpropanda vor. Ihr eigentliches Anliegen, das geistiger Natur ist, findet kein Verständnis, wie sollte es auch.

Heftig reagieren die Anhänger von DJ Bobo. Im Gästebuch auf der Webseite des Stars poltern und drohen die Fans: „Nieder mit der EDU!“, „Ich finde es so schlimm und peinlich, was da von der EDU gestartet wurde! Das ist ja wie zur Zeit der Inquisition.“, „Bin zwar kein erklärter Bobo Fan, doch immer noch lieber Bobo als konservative Christen, die meinen, die Welt retten zu müssen!“

Dass der Vampir-Song viel Unterstützung geniesst, verrät die gute Platzierung in der Schweizer Hitparade. Nun gestaltete ein eingefleischter DJ-Bobo-Fan namens „Dude“ ein Online-Petitionsformular und schreibt dazu: „Das Verhalten der EDU ist total intolerant. In der Schweiz herrscht Glaubensfreiheit (...) Signieren Sie diese Online-Petition als symbolisches Zeichen gegen den lächerlichen Versuch der EDU (...) .“ Es ist allerdings zweifelhaft, ob diese nur im Internet laufende Unterschriftensammlung rechtskräftig ist. Die Gefahr der Manipulation ist zu gross. Wie dem auch sei - für Diskussionsstoff ist gesorgt. Der Kampf – der wohl im Unsichtbaren weit heftiger ist – geht weiter.



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