"Blick" schiesst Eigentor für Darwin
(04. Mai 2007/rh.) Das Schweizer Boulevard-Blatt „Blick“ griff das Thema „Schöpfung oder Evolution“ auf. Der bissige Artikel gegen „Bibel-Fundis“, gespickt mit Fehlinformationen, vermochte aber die Meinung einer Mehrheit der Schweizer Bevölkerung nicht zu beeinflussen. Viele wollen eine Öffnung des Unterrichts für die Schöpfungslehre. Das sollten die "Blick"-Leser aber nicht erfahren.
Am 4. Mai 2007, um 10 Uhr, zeigte die Wählerstatistik von „Blick online“ in aller Deutlichkeit, dass zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer die Schöpfungslehre im schulischen Unterricht befürworten: 22 Prozent wollen sogar nur die Schöpfungslehre als Erklärung für den Ursprung des Universums und des Lebens, 42 Prozent möchten die Evolutionstheorie nicht als alleinige Wahrheit gelehrt haben, sondern gleichberechtigt neben der Schöpfungslehre. Das bedeutet: 64 Prozent wünschen einen schöpfungsorientierten Unterricht! Für die Alleinlehre der Evolutionstheorie stimmten hingegen nur 36 Prozent.
Die Zahlen sind eindeutig. Sie decken sich zudem mit einer Repräsentativ-Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut IHA-GfK im Jahr 2002 im Auftrag von „factum“ und „Pro Genesis“ durchgeführt hat. Und wie informiert der „Blick“ seine Leserinnen und Leser?
Die gedruckte Ausgabe vom 4. Mai verkündigt das Internet-Abstimmungsergebnis wie ein Fussballresultat schon auf der Titelseite: „Darwin gegen Bibel-Fundis 3:1“ Es sei eine „klare Sache“ schrieb Silvana Guanziroli. Bis zum Abend des 3. Mai hätten sich rund 3200 Leser am E-Voting beteiligt. 46 Prozent seien für Darwins Evolutionstheorie, 15 Prozent für die biblische Schöpfungslehre und 39 Prozent für die gleichberechtigte Darstellung beider Theorien im Unterricht. So weit so gut. Allerdings – wer genau hinblickt, erkennt, dass schon bei diesem Resultat die Schöpfungsbefürworter mit 54 Prozent (39 plus 15) die Nase vorne hatten. Vom behaupteten 3 zu 1 für Darwin keine Spur! Der "Blick" schoss ein Eigentor.
Tatsache ist ebenfalls: Am 3. Mai, um 22.10 Uhr, zeigte das Blick-Voting folgendes Ergebnis: 39 Prozent für Darwins Evolutionstheorie, 43 Prozent für die gleichberechtigte Modell-Diskussion, 18 Prozent für die biblische Schöpfungslehre im Unterricht. Damit steht fest: Schon zu diesem Zeitpunkt stand Darwins Theorie im Abseits. Schon möglich, dass der Redaktionsschluss zu diesem Zeitpunkt vorbei war. Zu erwähnen ist auch, dass solche Internet-Abstimmungen nicht repräsentativ sind - demzufolgen auch die "Blick"-Schlagzeile nicht.
Tags darauf veränderte sich das Ergebnis nochmals deutlich zu Ungunsten der Evolutionstheorie. Solange das E-Voting läuft, kann man immer noch abstimmen.
Die Blickredaktion ist mit E-Mails zum Thema überschwemmt worden. Das alles signalisiert das hohe Interesse am Thema. Aber erneut wurde die sachliche Auseinandersetzung verweigert. Der die Diskussion auslösende Text im „Blick“ strotzte vor falschen Behauptungen: Kreationistische Kreise wollten die Evolutionstheorie aus den Schulzimmern verbannen; sie glaubten, Dinosaurier und Neanderthaler hätte es nie gegeben und die Erde sei am 23. Oktober 4004 von Gott erschaffen worden. Nichts davon stimmt.
Offensichtlich gibt es Kräfte, welche die atheistisch-materialistische Evolutionstheorie, welche die Entwicklung des Lebens auf zufällige, ungelenkte Prozesse zurückführt, auf Biegen und Brechen aufrechterhalten wollen. Aber es sind viele denkende Menschen, die langsam aufwachen, weil sie die Sinnlosigkeit dieses Welterklärungsmodells erkennen.
zurück
|