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Es wird zu wenig gebetet

(10. Mai 2007/idea) – Gebetsversammlungen sind das Kennzeichen geistlichen Lebens einer christlichen Gemeinde. Doch vieles liegt auf diesem Gebiet im Argen, meint der evangelikale Publizist und Verleger Wolfgang Bühne.

Wie er in der Zeitschrift „Gemeindegründung“ (Hünfeld) der Konferenz für Gemeindegründung schreibt, würden Gebetsversammlungen auch in evangelikalen Gemeinden oft nur schlecht besucht. Selbst in Gemeinden, die sich für Gemeindewachstum engagieren, sei die Gebetsstunde nicht selten ein „Stiefkind“.

Bühne: „Aber eine wachsende Gemeinde, deren Gebetsversammlung schrumpft, ist nicht nur gefährlich erkrankt, sondern lebt trotz wachsender Mitgliederzahlen in einer Selbsttäuschung dahin und leidet unbewusst an einer zunehmenden Erblindung über den eigenen geistlichen Zustand.“ Denn Gemeindewachstum hänge in erster Linie vom persönlichen und gemeinschaftlichen Gebet ab.

Nirgends in der Kirchengeschichte habe es eine grosse geistliche Erweckung gegeben, die nicht in einer Gebetsversammlung begonnen hätte, so Bühne. Er ist überzeugt, dass organisatorische Konzepte zur Belebung von Gebetsversammlungen scheitern. Nötig sei vielmehr, dass einzelne Christen ihre Abhängigkeit von Gott wahrnähmen und ein intensives Gebetsleben führten: „Wenn der geistliche Notstand einige wenige Geschwister gemeinsam auf die Knie treibt, wird Gott antworten und eine geistliche Gesundung schenken.“

Bühne gibt auch praktische Ratschläge für Gebetsversammlungen. So sollte für gemeinsame, aber nicht für private Anliegen gebetet werden. Zudem sollte jedes Gebet nicht länger als 30 bis 60 Sekunden dauern und mit einem Amen aller Anwesenden bekräftig werden: „Dann wird keine Langeweile oder Schläfrigkeit aufkommen.“

Bühne verweist auf einen Ausspruch des baptistischen Erweckungspredigers Charles Haddon Spurgeon (1834-1892): „Kurze Gebet sind lang genug.“ Kritik übt Bühne an der Unsitte, das Gebet für geistliche Belehrungen oder Seitenhiebe gegen andere zu missbrauchen: „Dadurch wird der Heilige Geist gedämpft. Eine solche Praxis sollte mit Nachdruck unterbunden werden.“

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