Christ wegen Blasphemie zum Tod verurteilt
(31. Mai 2007/fa.) - Ein pakistanisches Gericht hat einem Zeitungsbericht zufolge einen Christen wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt.
Die „Daily Times“ berichtete, Younis Masih müsse nach der Entscheidung des Gerichts in der ostpakistanischen Stadt Lahore zudem eine Geldstrafe von 100 000 Rupien (1230 Euro) zahlen. Masih war vorgeworfen worden, sich im September 2005 abfällig über den Propheten Mohammed geäussert zu haben. Der Verteidiger Masihs kündigte Berufung gegen das Urteil an.
"focus online" berichtete, in dem Verfahren sei der Angeklagte zu seinem Schutz nur über Videoverbindung zugeschaltet gewesen, weil Islamisten ihm mit dem Tode gedroht hätten, berichtete die Zeitung weiter. Todesstrafen wegen verletzender Äusserungen über etwa Heiliges werden in Pakistan in der Regel in lange Haftstrafen umgewandelt. Menschenrechtsgruppen kritisieren, die Blasphemiegesetze des muslimischen Landes würden von Fundamentalisten missbraucht, um religiöse Minderheiten zu verfolgen.
Das Magazin FACTUM veröffentlicht in seiner Ausgabe 4/2007 ein Interview mit einem pakistanischen Anwalt, der sich für die Christen und die Abschaffung des sog. "Blasphemieartikels" einsetzt.
zurück
|