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Deutschland: Viele neue Gemeinden

(21. Juni 2007/rh.) - In einem Beitrag im „Materialdienst“ 6/07 berichtet Reinhard Hempelmann über die wachsende Zahl neuer Gemeindegründungen in Deutschland.

Es braucht kein Kirchengebäude, um sich als christliche Gemeinde zu versammeln. Neu gegründete Gemeinden treffen sich in Fabrikhallen oder Läden. Die meisten von ihnen seien charismatisch ausgerichtet, schreibt Hempelmann, das Liedgut sei „alternativ“, die theologische Orientierung „antimodernistisch und konservativ“, der Präsentationsstil hingegen modern.

Es seien vor allem junge Erwachsene und junge Familien, die nach neuen Formen und neuen Orten suchen, um ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen. Geografisch liege ihr Schwerpunkt im städtischen Umfeld.

Ein ganz anderes Beispiel „für Prozesse einer fortschreitenden innerchristlichen Pluralisierung“ sei die Zahl der kontinuierlich wachsenden Zahl von Migranten- bzw. Einwandererkirchen mit Menschen asiatischer und afrikanischer Herkunft. Der Zusammenhang von Religion, Migration und kultureller Identität verdeutliche sich darüber hinaus auch in eigenständigen Aussiedlergemeinden, die in den letzten Jahrzehnten in Deutschland zahlreiche Kirchen (Bethäuser) neu erbaut hätten und deren Gottesdienste zu den bestbesuchten im deutschsprachigen Raum gehörten.

Die etablierten Kirchen und christlichen Gemeinschaften seien mit einer neuen stilistischen Vielfalt der Ausdrucksformen des Glaubens und der Frömmigkeit konfrontiert, die eng verknüpft ist mit kulturellen Prägungen.

Diese Entwicklungen seien Indikatoren für Wandlungsprozesse der konfessionellen Landschaft. „Die vergleichsweise hohe Anzahl von Informationsanfragen bei evangelischen und katholischen Weltanschauungsbeauftragten zu neuen christlichen Gemeinschaftsbildungen, ein oberflächlicher Blick in das Internet wie auch einzelne regionale Studien belegen, dass es sich um ein wachsendes Phänomen handelt“, schreibt Hempelmann. Die Mitgliedszahlen der klassischen Freikirchen hätten sich in den letzten Jahrzehnten nicht gravierend verändert. Neue christliche Gemeinschaftsbildungen spriessten dagegen in manchen Regionen wie Pilze aus dem Boden. Die christliche Landschaft werde so zunehmend vielfältiger und unübersichtlicher.

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