Lehmann: "Die Kirche ist ein Irrenhaus"
(23. August 2007 idea) – „Die Kirche ist ein Irrenhaus.“ Dieser Satz entfahre ihm wöchentlich mindestens zweimal, bekennt der sächsische Pastor und Evangelist Theo Lehmann (Chemnitz) im lutherischen Magazin „CA - Confessio Augustana“ (Neuendettelsau bei Nürnberg).
Dies sei etwa dann der Fall, wenn er höre, dass ein grosser Teil der Pfarrerschaft nicht an die Auferstehung Jesu Christi glaube oder dass man bei einem Gläschen Bier wieder in die Kirche eintreten könne.
Lehmann, Mitherausgeber des Magazins: „Heute wissen viele nicht mehr genau, was die Kirche ist, und regieren den Laden frei aus dem Bauch heraus.“ Bei kritischen Anfragen genüge es, mit der linken Hand die Fundamentalismuskeule zu schwingen und mit der rechten das Toleranzfähnlein zu schwenken. Und so schwanke „die Kirche dahin wie ein Betrunkener, besoffen vom Zeitgeist“.
Das Dilemma der Kirche sei, dass es in ihr nicht einmal mehr eine gemeinsame Bibel gebe. Im Blick auf die umstrittene „Bibel in gerechter Sprache“ schreibt Lehmann, säkulare Tageszeitungen berichteten „genüsslich darüber, dass ein paar Bischöfe für und ein paar gegen das Feministinnen-Machwerk sind, das sich verlogenerweise als Bibelübersetzung ausgibt“.
Nach Ansicht des Theologen gibt es in der Kirche mehrere Kirchen, „die sich wie Feuer und Wasser gegenüberstehen und immer mehr auseinanderdriften“. Es stelle sich die Frage, wie lange man der Kirche noch die Treue halten könne oder solle. Die nächste Frage sei, wohin man gehen solle, denn: „Das Irrenhaus hat viele Abteilungen.“ Er habe sich, so Lehmann, dafür entschieden, in der Kirche zu bleiben, solange die Bekenntnisschriften „wenigstens noch offiziell in Gültigkeit sind“.
„Der Kampf um die Wahrheit bleibt uns nicht erspart“, so Lehmann. Einheit sei etwas Schönes, Erstrebenswertes und von Jesus Gewolltes: „Aber Einheit mit Irrlehre ist weder schön noch erstrebenswert, noch von Jesus gewollt, sondern die Masche des Antichristen.“
Bei allem berechtigten Einheitsstreben habe er immer weniger Lust, sich ständig anhören zu müssen, dass die Konfessionsgrenzen endlich überwunden werden müssten. Lehmann: „Im Gegenteil, ich bin bekennender Lutheraner und der festen Überzeugung, dass das Irrenhaus Kirche nur saniert werden kann, wenn Bibel und Bekenntnis wieder das einzige Fundament sind.“
zurück
|